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Die Religion des Veda c8.s4.35

Die Religion des Veda c8.s4.35

Language
German

c8.s4.35

Was sollte aus der hingelegten Gabe, deren innere Essenz man von den Göttern genossen glaubte, werden? Was der Gott ergriffen hatte, brachte den Menschen Gefahr. Wir sahen, wie man sich durch Verbrennung vor dieser Gefahr zu sichern suchte. Die Verbrennung aber, das dem Gott gehörige, vom Menschen gefürchtete Objekt der Erde entnehmend, trug es mit dem emporwirbelnden Rauch zum Himmel, also dorthin, wo die vornehmsten Gottheiten ihren gewohnten Aufenthalt hatten. So ist der Übergang von der Beseitigung durch Feuer zur Opferung durch Feuer wohl begreiflich. In einer Beziehung allerdings führte dieser Übergang einen Widerspruch herbei. Man dachte sich die Götter zum Genuß des Opfers auf das Barhis niedersteigend, und nun sandte man ihnen doch die Opferspeise zu ihrer himmlischen Wohnung empor. Daß die erste Seite dieses Dilemmas die tiefer eingewurzelte Vorstellungsweise darstellt, scheint mir unzweifelhaft. Aber an nicht wenigen Stellen des Ṛgveda begegnet man auch der anderen Auffassung ¹). Der Widerspruch tritt vielleicht nirgends so scharf hervor wie da, wo ein Vasiṣṭhidendichter sagt: „Agni, führe die Götter herbei, daß sie die Opferspeise genießen. Mögen sie mit Indra ihrem Haupt sich hier erfreuen. Bring dies Opfer zum Himmel, zu den Göttern. Schützt ihr uns stets mit Wohlsein“ (VII, 11, 5). Ein Widerspruch, wie er sich eben unausbleiblich einzustellen pflegt, wo Vorstellungsreihen so verschiedener Herkunft miteinander zusammengeraten ²).

Cites (1)