Die Religion des Veda c8.s7.10.2
Die Religion des Veda c8.s7.10.2
- Language
- German
c8.s7.10.2
Neben den erwähnten Momenten aber hat wohl auch Erhitzung wenigstens ursprünglich bei der Dīkṣā eine Rolle gespielt, obwohl diese in den uns vorliegenden Beschreibungen des Ritus zurücktritt. Die Umhüllung, dazu die Nähe des Feuers muß immerhin eine gewisse Erhitzung hervorgerufen haben; es wird auch ein eigener Spruch dafür angegeben, wenn dem Geweihten der Schweiß ausbricht²). Das Wesentliche und Entscheidende aber in bezug auf das Moment der Erhitzung ist, daß die Dīkṣā in den verschiedensten Wendungen³) ausdrücklich für ein Tapas (Kasteiung) erklärt wird. Als eine Art mystischer Substanz weilt die Zauberkraft dieses Tapas im Körper dessen, der die Dīkṣā vollzogen hat. Verunreinigt er sich durch einen verbotenen Anblick, „so weicht die Dīkṣā aus ihm; seine blauschwarze Dunkelheit (*nīlam*), seine packende Kraft (*haras*) vergeht.“ Trifft ihn Wasser vom Himmel, so „vernichtet dieses seine Kraft, seine Stärke, seine Dīkṣā, sein Tapas“, und man muß, um den Schaden gutzumachen, zum Wasser sprechen: „Ihr Wasser! Benetzende! Gebt mir Kraft, gebt mir Stärke, gebt mir Kraft! Vernichtet nicht meine Dīkṣā, mein Tapas!“ ¹). In dieser Verknüpfung mit dem Begriff des Tapas nun erweist sich die Dīkṣā als zugehörig zu einem Kreis von Observanzen, die von der Anwendung der Erhitzung zur Erreichung übernatürlicher Erfolge ausgehen.