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Die Religion des Veda c8.s8.1

Die Religion des Veda c8.s8.1

Language
German

c8.s8.1

Die Dīkṣā ist das in der vedischen Überlieferung am meisten hervortretende Beispiel eines Komplexes von Observanzen, welche die Vollziehung einer heiligen Handlung vorbereiten. So kann der vorige Abschnitt als Einleitung dienen für den Versuch, nunmehr in größerem Zusammenhang die verschiedenen Typen solcher Observanzen zu überblicken, die teils dem Vollzieher bestimmter Riten obliegen, teils mit dem Eintritt in bestimmte Lebensstufen oder mit dem Erlernen gewisser Teile des vedischen Unterrichtspensums verbunden sind. Es handelt sich bald darum — wie das bei der Dīkṣā im Vordergrund steht — den Menschen mit gewissen zauberhaften Qualitäten zu erfüllen, bald anderseits um Riten, die wenigstens ursprünglich die Abwehr böser Mächte bezweckten: denn wer sich zur Darbringung heiliger Handlungen oder zur Aufnahme eines besonders geheiligten Wissens anschickt, begibt sich damit in eine dem Geisterangriff vorzugsweise ausgesetzte Sphäre und bedarf gesteigerter Vorsicht. Jene positiven und diese negativen Maßregeln vermischen sich übrigens vielfach, und die Deutung im einzelnen ist häufig, wie nicht anders erwartet werden kann, schwer überwindbaren Zweifeln unterworfen.