Die Religion des Veda c8.s8.29
Die Religion des Veda c8.s8.29
- Language
- German
c8.s8.29
Wenden wir uns vom Fasten und ähnlichen Gebräuchen zu den übrigen oben (S. 411) erwähnten Observanzen, so liegt bei den meisten das ursprüngliche Motiv klar zutage: die Furcht vor geisterhaftem Angriff. Aus dieser Furcht wagt der Anleger der Opferfeuer nicht zu schlafen und nicht zu reden, bringt der vom Lehrer aufgenommene Schüler den Rest des Tages schweigend zu, schweigt der vor einem besonders heiligen Abschnitt des Lehrpensums stehende Schüler und hält die Augen verbunden, offenbar um die furchtbaren Erscheinungen, die ihm nah sind, nicht zu sehen, bringt endlich der Jüngling, der nach vollendeter Lehrzeit unter Vollziehung feierlicher Riten in den Stand der Erwachsenen übergeht, den betreffenden Tag in Zurückgezogenheit sitzend zu¹). Auch das Schlafen am Boden scheint in denselben Zusammenhang zu gehören: man will sich den Feinden entziehen, die nachts die gewohnte Lagerstätte bedrohen könnten. Daß bei der geschlechtlichen Enthaltung eine ähnliche Vorsicht mit im Spiel sein kann, wird bei der Erörterung der Begräbnisriten festgestellt werden²); eine andere Bedeutung dieser Observanz wird bald (S. 429) zur Sprache kommen.