Die Religion des Veda c9.s2.17
Die Religion des Veda c9.s2.17
- Language
- German
c9.s2.17
Vermutlich stand für den Glauben auch der ṛgvedischen Zeit, anders als für die ṛgvedischen Texte, in Wahrheit vielmehr diese Form der Jenseitsvorstellung im Vordergrund, als die Bilder von Himmel und Hölle. Die Begräbnissprüche des Ṛgveda sind für den Hochgestellten gedichtet, dem reich belohnte Priester besondere Ehre und Herrlichkeit im Jenseits zu erwirken geschäftig sind. Die versäumten denn auch nicht, für die Feinde eines solchen Mannes — dazu für ihre eigenen Feinde — Höllenstrafen in Bereitschaft zu halten. Die Masse der Toten aber stellte man sich wohl weder als so hoch begnadet noch als in jene tiefsten Tiefen hinabgestoßen vor¹). In den Vorstellungen von ihrem Dasein überwog doch der düstere Zug, der für das natürliche, menschliche Haften am Leben vom Bild des Todes schwer trennbar ist. Der Tod erschien eben, wie er in den jüngeren Vedatexten so oft genannt wird, als „das Übel“ (*pāpman*) schlechthin.