Die Religion des Veda c9.s2.36
Die Religion des Veda c9.s2.36
- Language
- German
c9.s2.36
² „Als Kleid gebe er eine Franse oder Wollflocken bis er fünfzig Jahre alt ist, von da an Haar von seinem eigenen Körper, mit dem Spruch: Da ist ein Kleid für euch, ihr Väter; holt euch nichts anderes von uns, ihr Väter!“ (Āśvalāyana Śr. II, 7, 6). Mir scheint, daß hier zwei ursprünglich verschiedene Riten zusammengefügt sind: die Spendung von Gewandstoff zur Bekleidung der Seelen und das typische, weitverbreitete Haartotenopfer — vgl. dessen Behandlung durch G. A. Wilken, *Revue coloniale internationale* III, 225 ff., IV, 345 ff.; Samter, *Geburt, Hochzeit und Tod* 179 ff.; s. auch Wundt, Völkerpsychologie II, 2 S. 23; *Encycl. of Rel. and Eth.* IV, 431 f. —: die Hingabe eines dazu besonders geeigneten Teils der eigenen Person, um diese im ganzen zu schützen. Bei der Zusammenpassung des Gewandopfers und Haaropfers mag die Vorstellung von Toten, die nur in ihr Haar gekleidet sind (z. B. Petavatthu I, 10, 2), mitgespielt haben. Daß die Haargabe erst im Alter eintritt, wird doch wohl auf der Vorstellung beruhen, daß dann das Leben gefährdeter, also der Loskauf durch jene Spende notwendiger ist. „Dann ist er den Vätern näher,“ sagt das Taittirīya Brāhmaṇa (I, 3, 10, 7) mit Bezug auf diesen Ritus. Anders Caland, Altind. Ahnenkult 177.
Linked texts (3)
- Taittirīyabrāhmaṇa — Sanskrit
- Petavatthu — Pāli
- Āśvalāyanaśrautasūtra — Āśvalāyana, Sanskrit