Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s2.16
Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s2.16
- Language
- German
c3.s2.16
Der Monat zerfällt in zwei durch Neumond und Vollmond begrenzte Hälften, von denen die des zunehmenden Mondes die lichte (śukla), die des abnehmenden Mondes die schwarze (kṛṣṇa) heisst. Die erstere wird häufig als die frühere (pūrva), die zweite als die spätere (apara) bezeichnet. Diese Benennung setzt natürlich einen mit dem Neumond anfangenden Monat voraus; daneben fehlt es aber nicht an Stellen, in denen der Vollmond als Ende des Monats und damit zugleich als Anfang des nächsten Monats bezeichnet wird. Jedem Halbmonat werden 15 Tage zugeschrieben; dass dies zu viel ist, wird nirgends anerkannt. Dass die 15 Tage des Halbmonats nicht als lunare Tage im Sinne der späteren Tithis verstanden werden dürfen, ist schon oben bemerkt worden. Als anerkannter Einschnitt im lunaren Monat wird, neben dem Vollmond und Neumond, noch die Aṣṭakā, d. i. der achte Tag nach dem Vollmonde, genannt; unter diesen Aṣṭakās wird an einigen Stellen die ekāṣṭakā, d. i. die auf den Vollmond des Monats Māgha folgende Aṣṭakā, hervorgehoben, als zum Ende des alten und Anfang des neuen Jahres in Beziehung stehend. — Die Tagnacht zerfällt in dreissig Muhūrtas. Der Muhūrta wird an einigen Stellen der Brāhmaṇas in einer bis zu sehr kleinen Zeitabschnitten vorschreitenden Weise weiter eingeteilt, und unter den Namen dieser kleinen Zeitteile finden sich einige, die sich auch in späterer Zeit erhalten haben; es liegt hier aber offenbar kein festes System der Zeiteinteilung vor, und die Aufzählung von ganz kleinen Zeitbrüchen ist überhaupt nichts weiter als eine müssige Spekulation, die nicht irgendwie in die Praxis übertrat.