Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s3.12
Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s3.12
- Language
- German
c3.s3.12
§ 11. Mittlere Periode. — Quellen und Dauer. — Unter der Astronomie der ersten Periode verstanden wir diejenige Summe von astronomischen Kenntnissen, welche wir als in den Kreisen bestehend annehmen müssen, in welchen die Brāhmaṇas entstanden; dass auch ein Teil wenigstens der brahmanischen Sūtralitteratur kein anderes astronomisches Wissen voraussetzt, erscheint wahrscheinlich. Wenn wir nun von einer zweiten Periode der indischen Astronomie sprechen, so lässt sich dieselbe von unserer ersten nicht irgendwie scharf abgrenzen. Wir können nur die Thatsache constatiren, dass in einem Litteraturkreise, der viel weiter ist als die eigentlich vedische Litteratur und ausserdem im ganzen unzweifelhaft später, sich eine Summe von astronomischen und kosmographischen Ansichten herrschend vorfindet, welche sich von den eigentlich vedischen wesentlich unterscheiden und eine Art von abgeschlossenem System bilden. In welchen Kreisen sich diese Ansichten zuerst ausbildeten, können wir nicht sagen; es ist nicht unmöglich, dass sie den brahmanischen Gemeinden — aus denen die Brāhmaṇas hervorgegangen waren — ursprünglich ferne standen. Jedenfalls aber hat sich die Weltanschauung, von der hier die Rede ist, allmählich über ganz Indien verbreitet und mag nicht mit Unrecht als die charakteristisch national-indische angesehen werden, während das System, das man gewöhnlich einfach als das indische bezeichnet —