Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s3.13
Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s3.13
- Language
- German
c3.s3.13
dasjenige nämlich, das uns im Sūrya-Siddhānta und ähnlichen Werken vorliegt — keine selbständige indische Schöpfung zu sein scheint. Der Zeit nach lässt sich, was wir die zweite Periode nennen, schwer abgrenzen; die ältesten litterarischen Denkmäler, die unter dem Einfluss der hierher gehörigen astronomischen Ansichten stehen, sind wohl die alten buddhistischen Schriften und das Mahābhārata; auch wird dazu ein Teil der brahmanischen Sūtra-litteratur gehören, obwohl es uns zu der Bestimmung dieser Frage an der nötigen Evidenz fehlt. Auch die untere Grenze der Periode lässt sich nicht scharf bestimmen; wir können nur vermuten, dass etwa in den ersten Jahrhunderten der christlichen Ära die charakteristischen Ansichten dieser Periode allmählich von der im Sūrya-Siddhānta und anderen Siddhāntas dargestellten, weit vorgerückteren Lehre verdrängt wurden. Als Varāha-Mihira im 6. Jahrhundert seine Pañcasiddhāntikā schrieb, lag ihm noch, als eines der von ihm als fundamental betrachteten Werke, ein Siddhānta vor, der durchaus die Anschauungen unserer zweiten Periode repräsentirt. Das Jyotiṣa-Vedāṅga, das derselben Stufe angehört, hat sich bis auf die heutige Zeit officiell als »Vedāṅga« erhalten, obwohl es schon seit langer Zeit nicht mehr praktisch verwendet wird; und unter den Jainas hat die Sūrya-Prajñapti, welche in demselben Ideenkreise steht, bis auf unsere Tage eine ähnliche Stellung behauptet.
Linked texts (5)
- Sūryasiddhānta — Maya, Sanskrit
- Ārcajyotiṣa — Lagadha, Sanskrit
- Mahābhārata — Vyāsa, Sanskrit
- Sūriyapannatti — Ardhamāgadhī Prakrit
- Pañcasiddhāntikā — Varāhamihira, Sanskrit