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Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s3.14

Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s3.14

Language
German

c3.s3.14

Das eben genannte Vedāṅga ist dieser seiner Stellung wegen das bestbekannte Werk, das diese Periode repräsentirt; es handelt aber nur von Zeitrechnung und ist seiner künstlich concisen Form wegen nur zum Teil verständlich. Um einen Überblick über die Gesamtheit der astronomischen und kosmologischen Anschauungen dieser Zeit zu gewinnen, müssen wir mit dem Vedāṅga eine bedeutende Anzahl von teilweise sehr heterogenen Autoritäten verbinden: so zuerst die uns in Citaten erhaltenen Fragmente von Garga, Parāśara und ähnlichen Autoren, für die Bhaṭṭotpalas Commentar zur Bṛhat-Saṃhitā des Varāha-Mihira unsere hauptsächlichste Quelle ist; ferner die uns erhaltene Vṛddha-Garga-Saṃhitā; das neuerdings aufgefundene Bruchstück des Pauṣkarasādin; den Nakṣatrakalpa und einige andere der Pariśiṣṭas des Atharvaveda; das astronomische Textbuch der Jainas, die sogenannte Sūryaprajñapti; die Darstellung des Inhaltes eines Paitāmaha-Siddhānta, welche Varāha-Mihira im 12. Kapitel der Pañcasiddhāntikā gibt; und die Kapitel des Mahābhārata und der Purāṇas, welche das Weltgebäude beschreiben; überhaupt alle Stellen im Mahābhārata und bei Manu, die sich auf Astronomisches und Kosmologisches beziehen. Dazu kommen schliesslich alle die Stellen in der älteren buddhistischen Litteratur, die von den oben genannten Dingen handeln, und — wie oben bemerkt — Stellen von analogem Inhalt in der brahmanischen Sūtra-Litteratur. Es ist freilich schwer zu beurteilen, wie weit dieser Litteraturzweig unter dem Einflusse des wohlgeschlossenen Systems steht, welches diese zweite Periode charakterisirt; wir haben gesehen, dass einzelne Sūtren wenigstens auf einem entschieden älteren Standpunkt stehen. Im Ganzen sind die auf Astronomie und Kalenderwesen bezüglichen Angaben der Sūtren so wenig vollständig und zusammenhängend, dass sie uns für unser Gebiet nur geringe Aufschlüsse geben. — Was sich aus Pāṇini, dem Mahābhāṣya und dem Nirukta an einschlägiger Belehrung gewinnen lässt, deutet auf dieselbe Periode hin.

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