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Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s3.16

Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s3.16

Language
German

c3.s3.16

§ 12. Mittlere Periode. — Geographie. — Wir begegnen hier zunächst einer völlig entwickelten und bestimmten Ansicht über die Beschaffenheit der Erde. Die Oberfläche der Erde bildet eine ungeheuere kreisrunde Ebene, in deren Centrum ein enorm hoher, Meru genannter, Berg liegt, auf dem die Götter wohnen. Rings um diesen Berg erstreckt sich kreisförmig derjenige Teil der Erde, in welchem die den Hindūs bekannten Länder liegen, der sogenannte Jambu-dvīpa d. h. die Jambuinsel, so genannt von einem kolossalen Jambubaum, der auf einem südlichen Ausläufer der Meruberges steht. Von diesem Jambu-dvīpa bildet Vorderindien, der sogenannte Bharata-varṣa, das südliche Viertel, während nördlich vom Meru der Airāvata-varṣa und östlich und westlich von demselben die beiden Hälften der Videha-varṣa liegen. Der Jambu-dvīpa bildet eine Insel, da er rings vom salzigen Ocean umflossen ist. Jenseits dieses Oceans liegen die sechs anderen dvīpas, die zusammen mit dem Jambu-dvīpa die Oberfläche der Erde ausmachen, alle in der Gestalt kreisförmiger, dem Meru concentrischer Ringe, die von einander durch analog gestaltete ringförmige Meere getrennt sind. Diese dvīpas heissen der Reihe nach Plakṣa, Śālmala, Kuśa, Krauñca, Śāka, Puṣkara; die sie trennenden Meere bestehen der Reihe nach aus Zuckersaft, Wein, Ghī, saurer Milch, Milch, süssem Wasser. Der äusserste ringförmige Continent ist von einer Lokāloka genannten Bergkette umschlossen, bis zu welcher die Strahlen der Sonne reichen, und jenseits welcher sich ein ödes, ewig finsteres Land bis zur Schale des die ganze Welt umschliessenden Brahmaeies erstreckt. Dies Ei wird durch die beschriebene Oberfläche der Erde in zwei Hälften geteilt; in der unteren, unterirdischen, Hälfte liegen die Höllenregionen (pātāla). Die über der Erde gelegene Hälfte zerfällt in verschiedene Welträume (loka), deren jeder als eine Scheibe des Eies aufzufassen ist. Von der Erde bis zur Höhe der Sonne erstreckt sich der Bhuvar-loka, von da bis zur Höhe des Polarsterns die himmlische Welt (svar-loka), darüber der Mahar-loka, der Tapo-loka, und als höchster von allen der Satya-loka.

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