Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s3.17
Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s3.17
- Language
- German
c3.s3.17
§ 13. Mittlere Periode. — Astronomie. — Über die Oberfläche der Erde bewegen sich die verschiedenen himmlischen Lichter (jyotis, jyotiṃṣi, meist vorgestellt als in ihren Wagen fahrende Götter) in parallel zur Erde liegenden Kreisbahnen um den Meruberg. Sie gehen nie wirklich auf und unter, sondern halten sich stets in der gleichen Höhe über der Oberfläche der Erde. Dass sie während eines Teiles der Tagnacht den Bewohnern des südlich vom Meru gelegenen Bharata-varṣa nicht sichtbar sind, kommt davon, dass sie dann nördlich vom Meru stehen, welcher ihre Strahlen intercipirt; aber wenn sie für den Bharata-varṣa verschwinden, gehen sie dem Airāvata-varṣa auf, und es ist folglich dort Tag, wenn es bei uns Nacht ist. Morgen wird es bei uns wieder, sobald die Sonne in ihrem Kreislauf an der Mitte der Ostseite des Meru angelangt ist. — Die Betrachtung der Umläufe der Himmelskörper um den Meru hat bei den Jainas zu einer ganz besonderen Modification des Systems Anlass gegeben, welche vielfach als der charakteristische Zug ihrer Lehre erwähnt wird. Sie gehen nämlich von der Ansicht aus, dass im Laufe von 24 Stunden die Sonne — ebenso wie die anderen Himmelskörper — nur die Hälfte des Kreises um den Meru zurücklegen kann; dass also,