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Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s3.28

Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s3.28

Language
German

c3.s3.28

§ 19. Mittlere Periode. — Planeten, Jupitercyklus. Fixsterne. — Die Kenntnis der 5 Planeten ist während dieser Periode allgemein verbreitet. Wenn sie in einigen der Hauptwerke wie z. B. dem Jyotiṣa-Vedāṅga gar nicht, und in anderen wie der Sūrya-Prajñapti nur ganz beiläufig erwähnt werden, so liegt dies daran, dass diese Werke sich nur mit dem beschäftigen, was für den Kalender nötig ist, also dem Lauf der Sonne und des Mondes. Es fehlt uns aber an irgendwie detaillierten Nachrichten über die nähere Kenntnis der Planetenbewegungen. Eine Hauptquelle für die astrologischen Aspekte der Planetenbahnen nach Ansicht dieser Periode ist die Bṛhat-Saṃhitā des Varāha-Mihira, deren ganze Lehre in dieser Beziehung auf älteren Autoritäten, unter ihnen in erster Linie Garga, beruht. Leider aber hat V. M., der als Astronom ein Vertreter der folgenden unter griechischem Einfluss stehenden Entwicklungsstufe ist, die astronomischen Ansichten der älteren Autoren — die er natürlich selbst nicht billigen konnte — ganz unberücksichtigt gelassen und durch die vorgerückteren seiner Periode ersetzt, so dass er die Überlieferung gerade in den Punkten, wo sie uns am meisten interessieren würde, fallen lässt. Wir besitzen zwar das Vṛddha-Gārgiyam; aber da alle Handschriften desselben höchst corrumpirt sind, ist es schwer, dieselben in astronomischer Hinsicht auszubeuten. Es scheint, dass man in dieser Periode annähernd richtige Ideen über die Umlaufszeit wenigstens der äusseren Planeten hatte; die Details betreffs Venus und Merkur sind sehr schwer zu enträtseln. Den verschiedenen Phasen der retrograden Bewegung der Planeten, besonders des Mars, scheint bedeutende Aufmerksamkeit gewidmet worden zu sein. Von Jupiter war es jedenfalls bekannt, dass sein Umlauf ungefähr 12 Jahre beträgt; es beruht darauf die schon bei Garga erwähnte und von Varāha-Mihira ausführlich behandelte zwölfjährige Jupiter-Periode. Dass diese Periode von zwei verschiedenen Gesichtspunkten aus angesehen und berechnet wurde, hat Ś. B. Dīkṣit nachgewiesen, insofern nämlich als Jupiter einerseits in zwölf Jahren ungefähr einen siderischen Umlauf beschreibt und andererseits in demselben Zeitraum ungefähr elfmal heliakisch aufgeht, so dass wir hier auch dem synodischen Umlauf des Planeten Aufmerksamkeit zugewendet finden. Auch der Umstand, dass die Annahmen, auf denen diese Jupiter-Perioden beruhen, nur annähernd richtig sind, und daher von Zeit zu Zeit Einschaltungen oder Auslassungen nötig werden, ist, wie es scheint, in dieser Periode beachtet und in Rechnung gezogen worden; doch ist es schwer, den Grad der hierin erreichten Genauigkeit zu bestimmen; und wir müssen uns hier wie in anderen Fällen hüten, dieser früheren Zeit Anschauungen und Lehren zuzuschreiben, die erst auf Grund viel weiterer astronomischer Kenntnisse möglich geworden sind. — Auch der bei Varāha-Mihira beschriebene und in den Werken der dritten Periode allgemein erwähnte 60jährige Jupitercyklus gehört seinem Ursprung nach dieser Periode an. Ein jedes Jahr desselben trägt einen eigenen Namen; und der ganze Zyklus zerfällt in 12 Lustren, dessen einzelne Glieder die Namen der Jahre des bekannten 5jährigen Yuga tragen (Saṃvatsara, Parivatsara etc.). Es ist wohl anzunehmen, dass dieser 60jährige Cyklus entstand, dass man eine zugleich den 12jährigen Jupitercyklus und das 5jährige Yuga in sich begreifende grössere Periode zu haben wünschte. Was oben über Einschaltungen etc. im 12jährigen Cyklus gesagt wurde, gilt auch für diese grössere Periode von 60 Jahren.

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