Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s5.20.1
Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s5.20.1
- Language
- German
c3.s5.20.1
Wenn wir die ganze sehr umfangreiche astronomische Litteratur betrachten, welche später ist als die grundlegenden Siddhāntas, und die sich von Āryabhaṭa bis auf die neueste Zeit herunterzieht, so treffen wir eigentlich auf nichts wesentlich Neues, das uns berechtigte, von einer weiteren wahrhaften Entwicklung der Astronomie in Indien zu reden. Wir sehen hier vom späteren Einflusse der arabisch-persischen Astronomie ab. Die Grundzüge des Systems und die Hauptmethoden bleiben durchaus dieselben. Die mittleren Bewegungen werden hie und da abgeändert und im Lauf der Zeit, als die Discrepanz zwischen den alten Werten und den thatsächlichen Verhältnissen nicht mehr zu übersehen war, verbessert. Die Methode zur Berechnung der wahren Bewegungen und Örter bleibt wesentlich dieselbe; erwähnt mag werden, dass schon bei Āryabhaṭa und so späterhin excentrische Kreise deutlich von den Epicyklen unterschieden und neben ihnen angewendet werden. Die Werte der Excentricitäten und dergleichen erfahren einige Abänderungen, die aber durchaus nicht immer Verbesserungen sind. Genauere Bestimmungen des Betrags der Sinus finden sich bei Bhāskara. Die Methoden zur Auffindung der geographischen Breite, Zenithdistanz und Höhe der Sonne, Zeit des Aufgangs der Zeichen der Ekliptik etc. (alles das, was im sogenannten Tripraśna-Abschnitt der Siddhāntas abgehandelt zu werden pflegt) werden ausgearbeitet und in Einzelheiten vervollkommnet, aber nicht wesentlich bereichert.