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Astronomie, Astrologie und Mathematik c4.3

Astronomie, Astrologie und Mathematik c4.3

Language
German

c4.3

Zum Behufe einer allgemeinen Orientirung über das schliesslich in verschiedenen Zweigen entwickelte astrologische Wissen der Inder halten wir uns zunächst an die Aussagen des uns schon als Astronomen bekannten Varāha-Mihira, von dem ebenfalls die am meisten bekannten Werke über Astrologie herrühren. V. M. lehrt in seiner Bṛhat-Saṃhitā, dass das Jyotiḥ-Śāstra aus drei Zweigen bestehe, nämlich dem Tantra genannten (d. h. dem rechnenden Teil, welcher unserer Astronomie entspricht, von den Indern in der Regel als Gaṇita bezeichnet), dem Horā genannten Zweig, welcher sich mit der Ermittelung des Horoskops beschäftigt, und einem dritten Teil, der von V. M. an dieser Stelle nicht näher bezeichnet, aber an anderen Stellen von ihm sowohl als weiteren Autoritäten Śākhā genannt wird. Die drei Zweige zusammen machen nach V. M. eine sogen. Saṃhitā aus. Bei V. M. selbst aber sowie anderen Schriftstellern wird der letztere Terminus in der Regel nicht zur Bezeichnung des ganzen Śāstra verwendet, sondern ist der Name für den dritten, oben Śākhā genannten Teil, welcher weder von rechnender Astronomie noch von Astrologie im engeren Sinne handelt, sondern von dem, was man natürliche Astrologie zu nennen pflegt, d. h. der Lehre von Vorzeichen, die sich aus natürlichen Vorfällen irgend welcher Art entnehmen lassen.

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