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Astronomie, Astrologie und Mathematik c5.21.1

Astronomie, Astrologie und Mathematik c5.21.1

Language
German

c5.21.1

Da auf arithmetischem Gebiete die Inder anerkanntermassen ganz selbständig sind und sie ferner, wie ebenfalls allgemein zugegeben, in der Algebra weit über die griechischen Leistungen hinausgegangen sind, so wird man wohl sagen dürfen, dass die Annahme einer selbständigen Stellung der Inder auch auf letzterem Gebiete die a priori wahrscheinlichere ist. Und es erscheint zweifelhaft, ob die von CANTOR auf diesem Felde gezeigten Übereinstimmungen (über welche die Einzelheiten bei ihm nachzusehen sind) als so schlagend und unzweideutig angesehen werden müssen, um ihretwegen die allgemein wahrscheinlichere Hypothese fallen zu lassen. Die von ihm für die Abhängigkeit indischer Geometrie vorgebrachten Gründe sind bedeutend gewichtigerer Natur. Doch lässt sich auch hier einiges auf der anderen Seite sagen. Dass die Inder auf diesem Gebiete nicht besonders begabt waren, ist zuzugeben; sie haben es darin nie sonderlich weit gebracht, und dass hier selbst ein Mann wie Āryabhaṭa sich so ganz wunderbare Versehen zu Schulden kommen lassen konnte wie die oben (§ 52) erwähnten, macht einen allerdings nachdenklich. Andererseits liefert aber doch der Umstand, dass ein Volk es auf einem bestimmten Gebiete nicht weit gebracht hat, keinen überzeugenden Beweis dafür, dass auch das wenige von ihm thatsächlich Geleistete fremden Ursprungs sein muss.