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Astronomie, Astrologie und Mathematik c5.21.3

Astronomie, Astrologie und Mathematik c5.21.3

Language
German

c5.21.3

— Es bleibt daher als wichtigster Beweisgrund für indische Abhängigkeit von Griechenland das gemeinsame Vorkommen gewisser bestimmter Regeln und Formeln. Einige der hier einschlagenden Fälle sind merkwürdig; immerhin bleibt es zu erwägen, ob sie genügen, den historischen Zusammenhang wirklich unabweislich zu machen. Gewisse Formeln, die von Heron entlehnt sein könnten, lassen sich auch ganz ohne Schwierigkeit als das Resultat indischer Erfindung auffassen; und andererseits fehlt es nicht an Fällen, wo der Mangel an Übereinstimmung zu denken gibt. — In Bezug auf etwaige Abhängigkeit der Śulva-Sūtras von Heron ist zu bemerken, dass diese Schriften wohl sicher als älter als Heron betrachtet werden müssen; sie sind wesentliche Teile der Kalpa-Sūtras, welch letztere kaum später als das dritte oder vierte vorchristliche Jahrhundert anzusetzen sind. Auf diesen Punkt ist jedoch kein Gewicht zu legen, da ein beträchtlicher Teil des in Heron enthaltenen geometrischen Wissens als bedeutend älter als dieser Autor angesehen werden darf; vieles einzelne war den Ägyptern schon in viel früherer Zeit bekannt und könnte möglicher Weise schon damals von ihnen den Indern mitgeteilt worden sein. — Was andererseits das gering entwickelte Wissen der Inder auf dem Gebiete der Trigonometrie betrifft, so erscheint es als durchaus wahrscheinlich, dass es ursprünglich von den Griechen zu ihnen gekommen ist, als ein wesentlicher Bestandteil der wissenschaftlichen astronomischen Theorie;