Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c10.4
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c10.4
- Language
- German
c10.4
D. Maṅgala und Verzierungen. — Entsprechend dem alten brahmanischen Principe, das einen Segenswunsch oder ein Wort glücklicher Vorbedeutung (*maṅgala*) am Anfange, in der Mitte und am Ende einer Composition erfordert, um die glückliche Vollendung und Erhaltung derselben zu sichern, werden schon in zwei A. Ed.³⁴ und oft in den Inschriften der nächstfolgenden vier Jahrh.³⁵ heilige Symbole mit derselben Bedeutung an den Anfang und das Ende gesetzt. Sehr gewöhnlich wird in dieser Weise der bekannte Svastika, der Dreizack oder das sogenannte Triratna-Symbol mit dem Dharmacakra darunter und die conventionelle Darstellung eines Caitya-Baumes³⁶ verwendet, daneben aber andere Zeichen, deren Namen schwer zu bestimmen sind. Einmal³⁷ erscheint ein Svastika auch nach dem Maṅgala *siddham*. In späterer Zeit kommen gleichfalls bisweilen im Texte, nach grösseren Abschnitten und öfter am Ende von Documenten, Symbole vor, die meist sehr abgeschliffene Formen haben. Das gewöhnlichste besteht aus einem grossen Kreise mit einem kleineren, oder auch mit mehreren Puncten in der Mitte.³⁸ Dieses kann entweder aus dem Dharmacakra entstanden sein, der sich noch vor CII, 3. Nr. 63, deutlich findet, oder aus dem Lotus, der auch vorkommt. Da der Kreis mit einem Puncte ☉ dem alten *tha* entspricht, so werden andere, späteren *tha* ähnliche, oder gleiche Zeichen dafür gebraucht³⁹ und in den modernen MSS. erscheint schliesslich das dem *tha* sehr ähnliche छ. Seit dem 5. Jahrh. p. Chr. kommen auch neue Symbole vor, die durch verschnörkelte Formen des alten *O* in dem Worte *Om* gebildet sind (T. IV, 6. XVIII; T. V, 47. IX) und sowohl im Anfange als am Ende von Inschriften oder auch am Rande, mitunter wiederholt, erscheinen.⁴⁰