Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c35.s3.8
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c35.s3.8
- Language
- German
c35.s3.8
§ 47. Schwergeburt.¹ — Die Bezeichnung der abnormen Lagen des Kindes als *mūḍhagarbha* »verirrter (verwirrter) oder aus der Richtung gekommener Fötus« beruht darauf, dass als Ursache desselben ein verkehrter Wind angesehen wird. In S. 2, 4, 217 heisst es nach Aufzählung der in § 45 erwähnten Symptome des Absterbens der Frucht im Mutterleibe: Einen solchen Fötus, der irgendeinmal nicht auf die richtige Weise in verschiedenen Stellungen, durch einen verkehrten Wind bedrängt und verwirrt, in die *yoni* gelangt ist, nennt man *mūḍhagarbha*. Die Stellungen sind unzählig, da die Bedrängungen durch verkehrten Wind mannigfacher Art sind. Doch giebt es drei Hauptrichtungen: aufwärts gerichtet, in die Quere und umgestülpt; ferner giebt es acht Lagen, die später beschrieben werden sollen. A. 2, 2, 36 hebt nur kurz die Mannigfaltigkeit der durch verkehrten Wind bewirkten Lagen hervor, die den Arzt zwingt, je nach den Umständen zu verfahren. Die Ausdrücke *mūḍhagarbha* »verirrter Fötus« und *mṛtagarbha* »toter Fötus« werden übrigens mehrfach vertauscht, was auf dem meist ungünstigen Ausgang der Schwergeburten beruht. C. erwähnt nur den *mṛtagarbha* und nimmt keinen Bezug auf die abnormen Lagen. Die Commentare erklären *mūḍha* auch mit *ruddhagati* »an der Fortbewegung gehindert«.
Linked texts (2)
- Suśrutasaṃhitā — Suśruta & Nāgārjuna (siddha/alchemist), Sanskrit
- Aṣṭāṅgahṛdayasaṃhitā — Vāgbhaṭa, Sanskrit