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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c36.s7.10

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c36.s7.10

Language
German

c36.s7.10

Asthma (*śvāsa*) und Schlucken (*hikkā*) entstehen aus den gleichen Ursachen, nämlich durch Staub, Rauch, Wind, Kälte, kalte Getränke oder Speisen, körperliche Anstrengung, geschlechtliche Ausschweifungen, schädliche Speisen u. dgl., sowie besonders als Folgezustände der verschiedensten Krankheiten, wie Dysenterie, Fieber, Schnupfen, Blutung, Bleichsucht, Cholera, starker Husten u. a. Die Anfangssymptome sind: Stiche in der Brust und den Seiten, Flatulenz und Verstopfung, unangenehmer Geschmack im Munde, Schmerzen in den Schläfen, unregelmässiges Atemholen. Von den fünf Arten des Asthma entsteht *kṣudraśvāsa* »leichtes Asthma« durch Überanstrengung oder Überessen, zeigt sich aber nur, wenn man irgend etwas vornimmt, nicht beim Sitzen, bewirkt auch keine Schlingbeschwerden und hört von selbst wieder auf. Bei *tamakaśvāsa* oder *tamaka* »Beklommenheit« hat der Kranke geräuschvollen Husten mit schleimigem Auswurf, starkem Durst, Schweiss und Übelkeit, Röcheln im Halse, die Atemnot ist sehr stark und quälend, bis der Schleim herauskommt fühlt er sich sehr unwohl, nach dem Herauskommen desselben einen Augenblick lang wohl, kann nur mit Mühe sprechen, findet keinen Schlaf, das Sitzen bringt ihm Erleichterung, er hat Verlangen nach Warmem, durch schlechtes Wetter und Genuss von schleimerzeugenden Dingen verschlimmert sich sein Zustand, wenn Ohnmacht und Fieber dazu kommt, heisst die Krankheit *pratamaka*. Bei *chinnaśvāsa* »unterbrochener Atem« atmet der Kranke nur mit Unterbrechungen oder kann mit aller Anstrengung keine Luft bekommen, während ihn alle Gelenke schmerzen, der Leib aufgetrieben und verstopft ist, die Blase brennt, die Augen rollen, das eine Auge rot, der Mund trocken ist, mit Schweisssecretion, Irrereden, Niedergeschlagenheit, Betäubung, Bewusstlosigkeit; solche Kranke sterben rasch. Bei *mahāśvāsa* »starkes Asthma« atmet der Kranke unaufhörlich mit starkem Geräusch wie ein wütender Stier, er ist unruhig, seine Augen rollen, seine Stimme ist undeutlich, die Kehle trocken, Harn und Kot angehalten, Ohren, Schläfe und Kopf sehr schmerzhaft, er verliert den Verstand, sein Atmen ist weithin hörbar; auch dieser Zustand führt rasch zum Tode. Bei *ūrdhvaśvāsa* »Ausatmen« atmet der Kranke lange aus, kann aber nicht wieder einatmen, der Mund ist mit Schleim verstopft, die Augen sind nach oben gerichtet und schweifen unstet umher, die Gelenke schmerzen, die Stimme ist gehemmt, er ist betäubt und erschöpft und stirbt. Die Heilmittel für *śvāsa* bestehen in Schwitzmitteln, Brechmitteln, verschiedenen Butterabkochungen, Pillen u. s. w.