Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c36.s7.9
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c36.s7.9
- Language
- German
c36.s7.9
§ 62. Husten, Asthma und Schlucken. — Husten (*kāsa*) und Atembeschwerden (*śvāsa*) erscheinen sehr oft zusammen oder einzeln als Krankheitssymptome, so bei der Schwindsucht (§ 61), werden aber auch beide als selbständige Krankheiten betrachtet und beschrieben. Von *kāsa* werden meist fünf gradatim schlimmere Arten unterschieden, die auf Störungen der drei Grundsäfte, auf (inneren) Wunden (*kṣata*) oder auf Schwindsucht (*kṣaya*) beruhen und bei Vernachlässigung zur Auszehrung führen. Vorboten des Hustens sind: Kratzen im Hals, ein Gefühl, als ob Hals und Mund voll von stechenden Insekten (*śūka*) wären, Steckenbleiben der Speisen (im Hals), Heiserkeit, Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche. Die »Wunden« werden ähnlich wie bei der Schwindsucht definirt, sie entstehen durch innerliche Verletzungen der Brust durch körperliche Anstrengungen, Lastentragen, Stoss und Schlag u. dgl.; der Kranke hustet zuerst trocken, speit dann Blut, der Hals schmerzt stark, die Brust ist wie zerschnitten, er hat ein Gefühl, als ob er mit spitzen Nadeln durchstochen würde, Fieber, Asthma, Durst, Heiserkeit, seine Stimme klingt wie das Girren einer Turteltaube, allmählich lassen seine Kräfte, sein Appetit, seine Verdauung nach, er wird blass, abgezehrt, leidet an Blutharnen, Rücken- und Hüftweh (Pneumonie?). Der auf Schwindsucht beruhende (*kṣayaja*) Husten ist offenbar eine Form der Schwindsucht: der Auswurf ist blutig, eiterig, übelriechend, gelb, grünlich oder rot, beim Husten hat der Kranke das Gefühl, als ob ihm das Herz zu Boden fiele, leidet an Fieber, Seitenschmerzen, Schnupfen, Heiserkeit, isst viel und wird doch mager und schwach, dann kommen alle Zeichen der Schwindsucht zur Entwickelung. Dieses Leiden ist bei entkräfteten Personen unheilbar, sonst und gegen die anderen Formen von *kāsa* werden Fett- und Schwitzmittel, Leckmittel, Klystiere, Abführmittel u. s. w. empfohlen (C. 6, 18; Su. 6, 52; S. 3, 3; 4, 4; A. 3, 3; 4, 3; M. 120—4; Vṛ. 11).
Cites (6)
- Śārṅgadharasaṃhitā — Śārṅgadhara (physician), Sanskrit
- Aṣṭāṅgahṛdayasaṃhitā — Vāgbhaṭa, Sanskrit
- Carakasaṃhitā — Agniveśa (Āyurveda) & Caraka, Sanskrit
- Suśrutasaṃhitā — Suśruta & Nāgārjuna (siddha/alchemist), Sanskrit
- Mādhavanidāna (Rugviniścaya) — Mādhavakara, Sanskrit
- Siddhayoga (Vṛndasuni) — Vṛndasuni, Sanskrit