Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c8.s1.39
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c8.s1.39
- Language
- German
c8.s1.39
Ausser den schon erwähnten Rundformen von *A*—*Ā*, *ka* und *ra*, die nun constant werden, sind noch folgende Buchstaben anzuführen: 1) das seltene *R*, T. VII, 5, XVI, das dem nördlichen, T. VI, 7, I—II, V, nachgeahmt zu sein scheint (vgl. auch Facs. zu IA, 6, 23, Ende); 2) das stark cursive, schon altkanaresische *kha*, T. VIII, 12, III—V, das nach FLEET¹⁵ nicht älter als ca. 800 p. Chr. sein soll, in den nah verwandten Pallava-Inschriften, T. VII, 9, XXIII (vgl. § 31), aber schon seit dem 7. Jahrh. auftritt; 3) das *ca*, welches in der Ligatur *ñca* vom 9. Jahrh. an sich oben zu öffnen beginnt, T. VII, 41, XIX; VIII, 19, III—IV; 4) *da*, dessen Schwänzchen vom 9. Jahrh. an sich aufwärts zu biegen beginnt, T. VIII, 27, II, IV—V; 5) das oben offene *ba*, T. VIII, 32, V, das nach FLEET¹⁵ von der Mitte des 9. Jahrh. an erscheint; 6) *ma*, dessen oberer Teil (sporadisch schon im 7. Jahrh.) weit nach rechts, beinahe an die Seite des unteren geschoben wird, T. VII, 31, XVII; VIII, 34, II—V, und das somit die Vorstufe zu dem altkan. *ma* bildet; 7) das abnorme *la*, T. VII, 34, XVI, welches sonst nur als zweiter Teil der Ligatur *lla* erscheint; 8) der vertikal gestellte Virāma in *m*, T. VII, 41, XVIII; VIII, 44, V, und in *n*, T. VIII, 45, V; 9) das dravidische *ṟa*, T. VII, 45, XV, XVIII; 46, XVI; VIII, 47, II—III, und *ḷa*, T. VII, 46, XV, XVIII; VIII, 49, II, V, die vom 7. Jahrh. an vorkommen. Vielleicht ist ersteres aus dem geschlossenen, runden *ra* durch Verdopplung und letzteres aus *ḷa* durch Verschliessung der Halbkreise abgeleitet. Die Existenz dieser Zeichen beweist, dass das Kanaresische schon im 7. Jahrh. eine Litteratursprache war.