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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c8.s3.11

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c8.s3.11

Language
German

c8.s3.11

Die übrigen Zeichen sind zweifelhaften Ursprungs, indem sie entweder wie *va* (38—40, XVI) und mittleres *ā* (*kā*, 12, XVI), sowohl im Norden als im Süden vorkommen, oder Umbildungen solcher gemeinsamen Zeichen sind, oder endlich ganz für sich stehen. Das finale *ṉ* (VIII, 49, XVI) ist nur eine geringe Modification des sowohl nördlichen als südlichen *ṇa* mit zwei Haken (III, 20, V, XX; IV, 21, VII f.; VII, 21, IV ff.) und hieraus ist das linguale *ṇa* des Tamil (VIII, 24, XV) durch Anfügung einer Curve neu entwickelt. Die eigentümliche Rundform von *E* (VIII, 8, XVI) kann sowohl aus dem *E* von IV, 5, X ff. oder von VII, 5, XXIII entstanden sein; ebenso ist das eckige mittlere *u* in *tu* (VIII, 27, XVI) und *ṛu* (48, XVI) eine specielle Umbildung der sowohl nördlichen als südlichen aufwärts gedrehten Curve. Das stark cursive *I* (VIII, 3, XVI) ist durch eine Verschleifung von drei Curven entstanden, die für die alten Punkte eingetreten, aber bis jetzt nicht nachweisbar sind. Diese Zusammensetzung des Tamil des 7. Jahr. führt zu der Annahme, dass die Grundlage desselben ein nördliches Alphabet des 4.—5. Jahrh. ist, dass dieses aber im Laufe der Zeit stark durch die daneben gebrauchten Grantha-zeichen beeinflusst ist. In dem zweitältesten Specimen des Tamil in den Kaśākūdi-Kupfertafeln von ca. 740⁴, welches in T. VIII nicht vertreten ist, zeigt die Schrift, ausser in dem Auftreten des spätern *ma*, keinen wesentlichen Fortschritt. In den Inschriften aus dem 10., 11. und späteren Jahrh.⁵ (T. VIII, C. XVII—XX) dagegen zeigt sich eine zweite Stufe des Tamilalphabets, auf der der Einfluss des Grantha stärker wird, und für *ṭa*, *pa* und *va* die specifischen Granthaformen gebraucht werden. Umgekehrt erhält das Grantha *ṇa* die Tamilform. Ausserdem beginnt im 11. Jahrh. die Entwicklung der links an den Köpfen von *ka*, *ṅa*, *ca*, *ta* und *na* herabhängenden Striche. Im 15. Jahrh. (VIII, C. XIX—XX) sind die letzteren vollständig ausgebildet und *ka* zeigt links eine Schleife. Zu beachten ist, dass in den Inschriften der zweiten Stufe der Gebrauch des Virāma (Pulli) seltener wird und zuletzt ganz verschwindet⁶, während in der ganz modernen Schrift wieder regelmässig ein Punkt für denselben erscheint.