Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c6.s1.3
Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c6.s1.3
- Language
- German
c6.s1.3
Noch ein Gedanke mag hier zur Orientierung ausgeführt werden. Alle antiken Kulturen werden beherrscht von der Idee der Drei- und besonders der Siebenzahl. Der Ursprung für die grosse Bedeutung dieser beiden Zahlen im Altertum und später, teilweise ja noch bis in die allerjüngste Zeit hinein, wird doch wohl ein astraler gewesen sein, trotz aller berechtigten und unberechtigten Einwände, die man gegen diese Theorie erhoben hat. Sonne, Mond und Sternhimmel wurden in drei verschiedene übereinander liegende Macht- und Bewegungsordnungen hineinverlegt, und die chronologisch spätere Entdeckung der fünf Planeten der Alten führte mit Sonne und Mond zusammen die Siebenzahl zu ihrer eminenten Bedeutung. Konnten auf dem Gebiete der Kosmographie diese Erkenntnisse, trotzdem sie an objektiv unrichtige Voraussetzungen anknüpften, doch immerhin im Sinne der mathematischen Geographie noch als relativ richtige angesehen werden, so wurden doch von der Spekulation falsche Folgerungen angeschlossen. Es entstand die Theorie der Drei- und dann von der Siebenzahl der Himmelssphären mit all ihren Konsequenzen und ihrem Beiwerk. Diese Theorie findet man nun bei den meisten antiken Völkern in dieser oder jener Form wieder. Weil diese Theorie eine so spezielle war und dieselbe doch eine immerhin tiefere Kenntnis der Astronomie voraussetzte, so konnte sie nur von einem Kulturzentrum ausgehen, das sich mit der Erforschung des Himmels besonders befasste. Von diesem aus verbreitete sie sich über die Erde, und jedes Volk, das dieselbe aufnahm, arbeitete sie in seiner Weise in sein ursprünglich einfach-primitives Weltbild hinein. Und tatsächlich bestätigen bei näherem Zusehen die alten Kosmographien durch gemeinsame Züge die Richtigkeit der Voraussetzung, dass dieselbe in ihrer Urform nur einmal aufgestellt worden ist. Auch für die drei kosmographischen Systeme der Inder wird die hier anschliessende Untersuchung die Richtigkeit in der dieser Voraussetzung aufgestellten Grundsätze erweisen können.