Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.s2.10
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.s2.10
- Language
- German
c4.s2.10
Eine Reihe von Beobachtungen beweist, dass die Cäsur, verglichen mit dem Endpunkt der Verszeile, als ein wesentlich schwächerer Einschnitt aufzufassen ist. In zahlreichen Versen trifft die Cäsur nicht ein eigentliches Wortende, sondern fällt zwischen die beiden Elemente eines Compositums, oder sie trennt ein mit selbständigerem Gewicht ausgestattetes Suffix wie -tama vom Körper des Wortes ab. Bisweilen steht die Cäsur vor einem Encliticon; hier und da geht der Sandhi über sie fort: Contractionen oder die Krasis von auslautendem e bezw. o mit folgendem a werden, wenn auch nur in vereinzelten Fällen, über die Cäsur hinüber vollzogen. Endlich fehlt es nicht an Fällen, in welchen die Cäsur ganz vernachlässigt wird ¹). Dies sind Anomalien, die nicht denkbar wären, wenn nicht auch im regelmässig gebauten Verse die Cäsur nur einen unerheblichen und darum leicht verschwindenden Einschnitt ausgemacht hätte. Zu demselben Resultat führen übrigens auch mehrere dem regulären Gebrauch angehörige Erscheinungen. Die Quantität der vierten Sylbe der Verszeile, wenn dieselbe vor der Cäsur steht, wird zwar weniger streng beobachtet, als wenn die Cäsur nicht auf sie folgt ²), aber die Behandlung dieser Sylbe ist doch auch in dem ersteren Falle noch sehr weit von der