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Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.s8.36

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.s8.36

Language
German

c4.s8.36

¹ Was hier verhältnismässig und was unverhältnismässig ist, mögen die folgenden Bemerkungen zeigen. Man nehme an, das -âm sei nicht, wie wir meinen, einem -aam, sondern einem -aâm gleichwerthig. Nun zähle man innerhalb irgend eines vedischen Abschnitts die Fälle, in welchen eine Gâyatrîreihe an drittletzter Stelle (wo allein regelmässig eine Länge gefordert ist) eine wortschliessende Sylbe zeigt, die mit jenem in dem -aâm enthaltenen -âm unter gleichen Bedingungen steht, und beachte, wie oft auf dieselbe ein Consonant, wie oft ein Vocal folgt. Unter gleichen Bedingungen aber mit jener Sylbe steht nur eine Sylbe mit langem Vocal und schliessendem Consonanten: hätte sie einen kurzen Vocal, so würde um des Metrums willen die Neigung zu consonantischem Anfang des folgenden Worts obwalten; schlösse sie vocalisch, so würde auch dieser Umstand bei der herrschenden Abneigung gegen Hiatus und bei der verkürzenden Wirkung eines folgenden Vocals auf den vorangehenden Vocal zur Bevorzugung eines consonantisch anlautenden Wortes an der nächsten Stelle führen. Nur ein Wortschluss auf ai, au und Pragṛihya-Vocale wäre, als von den bezeichneten Bedenken frei, bei der Zählung noch mit zu berücksichtigen. Bei einer nach den bezeichneten Gesichtspuncten vorgenommenen Untersuchung der langen Gâyatrî-Abschnitte IX, 61-67 habe ich nun gefunden: auf Sylben der beschriebenen Art folgt consonantischer Wortanfang 2 mal, vocalischer 21 mal, ausserdem liegt einmal eben der zur Erörterung stehende Fall mit dem Gen. plur. vor (64, 10: priyaḥ kavinâm mati). Bei einer ähnlichen Zählung, die sich auf die viertletzte Sylbe von Trishṭubh-Stollen richtete, fand ich in VII, 1-3 neben 6maligem vocalischen Wortanfang nur fünfmaligen consonantischen (darunter 3 mal hinter einem Pragṛihya-Vocal). Auch ohne dass derartige Zählungen weiter ausgedehnt würden, wird man leicht sehen, dass das oben festgestellte etwa 17fache Ueberwiegen des consonantischen Wortanfangs hinter dem zweisylbig gebrauchten -âm kein Zufall sein kann.

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