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Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c6.182

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c6.182

Language
German

c6.182

Wir haben bis jetzt, abgesehen vom Auftreten desselben Ṛigverses in den verschiedenen Yajus-Recensionen, nur an wenigen Stellen Anlass gehabt, die Textgestalt der aus dem Ṛv. stammenden Verse in mehreren Veden neben einander in Betracht zu ziehen. Dass ein Vers des Ṛv. im Yajurveda und Sâmaveda, im Yajurveda und Atharvaveda zugleich Aufnahme gefunden hat, ist ein nicht gerade häufiger Fall; die Natur jener Veden gab eben der Auswahl der zu verwendenden Ṛigverse im Ganzen eine verschiedene Richtung. Trat derselbe Vers doch in mehreren jüngeren Veden auf, so ist es begreiflich, dass im Verkehr der diese Veden studirenden und mit diesen Veden gemeinsam opfernden Brahmanenkreise die verschiedenen Textformen vielfach einander in wechselnden Richtungen, für welche ein allgemeingültiger Ausdruck der Natur der Sache nach nicht gegeben werden kann, beeinflusst haben. Dass beispielsweise der Atharvaveda Ṛigverse, die auch im schwarzen Yv. stehen, in der Yajusform giebt, kommt ebenso vor, wie es andrerseits vorkommt, dass er solche Verse in ihrer von den Yajus-Redactionen unberührten Ṛigform aufweist. Das weitaus Ueberwiegende ist jedenfalls, dass die verschiedenen Veden in der Behandlung der Riktexte ihren eignen Weg gehen, so dass in der Regel jedes einzelne Wort der Ṛigform, wenn unter den abgeleiteten Veden der eine abweicht, doch durch einen andern seine Bestätigung erhält. So machten wir beispielsweise schon oben (S. 307) darauf aufmerksam, dass in Ṛv. X, 140 der Sâmaveda sich gegenüber sämmtlichen Varianten der schwarzen Yajustexte zum Ṛv. stellt, während umgekehrt an der einzigen Stelle, wo der Sv. vom Ṛv. abweicht, die Yajurveden mit dem letzteren gehen. Als ein weiteres Beispiel des Nebeneinanderstehens mehrerer Recensionen sei Ṛv. X, 128 erwähnt, welches Sûkta sich sowohl im Agni-Theil der Taittirîya Saṃhitâ (IV, 7, 14) wie im Atharvaveda (V, 3) findet. Die Abweichungen der Taittirîya- (T) Lesarten von denen des Atharvan (A) überwiegen bei Weitem ihre Uebereinstimmung. Man betrachte etwa Vers 6, der im Ṛigveda überliefert ist:

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