Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.14
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.14
- Language
- German
c7.14
Das Wort svar wird bekanntlich bei den Vâjasaneyins einsylbig, bei den Taittirîyas zweisylbig geschrieben (suvar). Geht dieser Gegensatz auf die Entstehungszeit der beiderseitigen Texte zurück oder beruht er auf Abweichungen im Verfahren der späteren Diaskeuasten? Die Analogie der bisher besprochenen Stellen empfiehlt die letztere Auffassung, und für dieselbe entscheidet, dass das Śatapatha Brâhmaṇa, welches sich an mehreren Stellen über die Sylbenzahl von svar ausspricht (II, 1, 4, 14; XI, 1, 6, 5; XIV, 8, 6, 4. 5), unabänderlich zwei Sylben annimmt, also die Form der Taittirîya-Diaskeuase bevorzugt. Dies ist um so bemerkenswerther, als es sich dabei nicht um metrische Stellen handelt, bei welchen die Rücksicht auf das Versmaass die Sylbenzählung beeinflussen könnte. — Dass râjanya als viersylbig, dyaus als zweisylbig gezählt wird (Śat. Br. V, 1, 5, 14; XIV, 8, 15, 1), dass die Worte prâṇopâno vyânaḥ (nicht etwa in einem metrischen Pâda) acht Sylben bilden sollen (XIV, 8, 15, 3), kann nach alledem nicht überraschen. Ja man ging so weit, sogar in solchen Worten, bei denen nach Ausweis der metrischen Texte die sylbenbildende Geltung des y und v in der That ausgeschlossen oder durchaus ungewöhnlich war, doch eine Sylbe für diese Laute zu rechnen: so erklärte man tvak für zweisylbig (Śat. Br. X, 4, 1, 17) und satyam für dreisylbig (Śat. Br. XIV, 8, 6, 2, vergl. Ait. Âraṇy. II, 1, 5, 5). Deutlicher als in solchen Angaben kann es sich nicht zeigen, wie wenig man in der Brâhmaṇazeit an Theorien dachte, welche statt des i und u vor Vocalen ein y resp. v verlangt hätten.
Linked texts (2)
- Aitareyāraṇyaka — Sanskrit
- Śatapathabrāhmaṇa — Yājñavalkya & Śāṇḍilya (Vedic teacher), Sanskrit