Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.3
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.3
- Language
- German
c7.3
Suchen wir nun nach einer nähereren Bestimmung des Zeitalters, als dessen Werk die Redaction des Textes in den bezeichneten Richtungen anzusehen ist, so wird mit Entschiedenheit behauptet werden können, dass jene Arbeit nicht vor dem Ende der Brâhmaṇaperiode gemacht worden ist. Wir werden hier auf die Frage geführt, welches Aussehen in phonetischer Hinsicht der Vedatext in der Brâhmaṇazeit zeigte: ob damals z. B. tvam hy agne oder tuam hi agne, ob devâyâgnaye oder devâya agnaye gesagt wurde. Um dies zu ermitteln, ist es natürlich, wie kaum ausdrücklich hervorgehoben zu werden braucht, nicht genügend, die überlieferte Schreibung der Brâhmaṇas oder der in den Brâhmaṇas vorkommenden Vedaverse in Betracht zu ziehen. Ist, wie wir glauben, die uns vorliegende künstliche Regulirung der Lautgestalt erst nach der Entstehung der Brâhmaṇas vollzogen worden, so mussten unvermeidlich die betreffenden Feststellungen nachträglich auch durch die Vedaverse in den Brâhmaṇas, ja in den meisten Beziehungen auch durch den prosaischen Brâhmaṇatext selbst durchgeführt werden. , Zufälligerweise ist aber in den Brâhmaṇas eine nicht geringe Anzahl von directen Aeusserungen darüber erhalten, wie viele Sylben irgend ein Wort oder eine Gruppe von Worten hat; und diese Zeugnisse führen zu Ergebnissen, welche für die Geschichte der lautlichen Textbehandlung nicht ohne Wichtigkeit sind.