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Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s1.9

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s1.9

Language
German

c7.s1.9

Man wird diese Discussion des Ueberlieferten und seiner Fehler in Bezug auf einen Punct, wo wir unsrerseits ohne Weiteres das Ursprüngliche herzustellen im Stande sind, nicht überflüssig finden: je weniger wir eben an dieser Stelle auf die Ueberlieferung angewiesen sind, um zum echten Text zu gelangen, um so viel sicherer können wir uns gerade hier einen Maassstab über die Zuverlässigkeit dieser Ueberlieferung bilden, wie wir ihn für andre, fraglichere Puncte der Textbehandlung nothwendig bedürfen. Die Kritik der Tradition aber, die wir hier angestellt haben, führt uns auf folgendes Urtheil: Im Grossen und Ganzen hält die Tradition das Richtige fest; sie müsste, wenn wir sie als solche nöthig hätten, als brauchbare Führerin bei der Aufsuchung desselben anerkannt werden. Ihre Mängel beruhen vornehmlich auf der Annahme einiger willkürlich erfundenen Grundsätze, nach denen der Text gewaltsam umgedemodelt ist. Diese Grundsätze müssten uns, als jeder denkbaren Ratio entbehrend, schon an sich verdächtig sein, auch wenn wir die Fehler, mit welchen der Text durch sie belastet wird, nicht vermittelst des Metrums als solche erweisen könnten. Es hat sich gefunden, dass das Prâtiśâkhya von jenen Grundsätzen der Diaskeuase, die in den Augen Śaunaka’s natürliche wirkliche, für den Vedatext geltende Gesetze sind, richtige Kenntniss besitzt. Endlich hat sich gefunden, dass neben jenen systematischen Entstellungen in der Ueberlieferung eine kleine Reihe einzelner Fehler übrig bleibt, deren Vorhandensein als ein nicht weiter erklärliches Factum hingenommen werden muss, und bei denen es, wie man sieht, schlechterdings keinen Sinn haben würde, eben ihre Unerklärlichkeit als ein Indicium positiver, für die Kritik unantastbarer Berechtigung zu behandeln¹).