Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s5.6
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s5.6
- Language
- German
c7.s5.6
Bis jetzt wissen wir von den Lauten, die im überlieferten Text vor folgendem a als o resp. e geschrieben werden, soviel, dass sie in der That kurz waren. Um die Natur dieser kurzen Vocale näher zu bestimmen, bietet uns den nächstliegenden Anhalt die Beobachtung dessen, was entsprechend jenen o und e vor andern Vocalen als vor a erscheint. Dort erscheint nun eben das was wir brauchen, eine Kürze, a: ye aṣvāḥ aber ya ûtî; yo aṣvāḥ aber ya indraḥ, und zwar wird, wie bekannt, ebensowohl e = a + i, o = a + u wie o = as in dem bezeichneten Fall durch a vertreten. Wir bleiben zunächst bei dem e, o = a + i resp. a + u. Die gangbare Ansicht lässt aus dem a + i vor einem Vocal (ausser a) zunächst ay, aus a + u zunächst av werden und dann das am Wortende stehende y resp. v schwinden, indem es eine Spur seiner Existenz nur darin zurücklässt, dass Contraction des übrig bleibenden a mit dem folgenden Vocal in der Regel nicht stattfindet. Bloomfield (S. 17, vergl. 18 A. 1) verwirft diese Ansicht ohne hinreichende Beweisführung; mir scheint sie in der That durchaus begründet. Für sie spricht, neben der lautgesetzlichen Aequivalenz von ay, av vor Vocal und e, o vor Consonant im Innern des Wortes, zunächst die Behandlung des auslautenden āi, āu, namentlich des āu, wo die Ueberlieferung vor folgendem Vocal bald āv bewahrt, bald ā schreibt (Whitney § 134 am Ende). Das āv zeigt, was das ā ist: der durch die Consonantisirung resp. den dann folgenden Schwund des zweiten Elements frei werdende erste Bestandtheil des āu-Diphthongen.