Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c8.5.3
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c8.5.3
- Language
- German
c8.5.3
auf dem Gebiet des weissen Yajurveda verfolgen, welche Texte von der Śâkhâtheilung der Mâdhyandinas und der Kânvas ergriffen worden sind und welche nicht. Die Saṃhitâ des weissen Yajurveda ist es nicht allein, in welcher die Spaltung der Kânvas und Mâdhyandinas zur Erscheinung kommt, sondern bekanntlich ganz ebenso das Śatapatha Brâhmaṇa. Und als das Erwachen der pantheistischen Speculation zur Entstehung der Upanishaden geführt hatte und das Textcorpus der weissen Yajusschule mit einer Upanishad, die man der Saṃhitâ (XL), und einer, die man dem Brâhmaṇa (XIV, 3 fgg.) zutheilte, ausgestattet worden war, fanden die Urheber der Mâdhyandina- und der Kâṇvaschule auch diese Texte vor, so dass dieselben ebenso wie die alten Theile der Saṃhitâ und des Brâhmaṇa von den Differenzen jener Schulen betroffen worden sind. Die Taittirîyas und die Vâjasaneyins besassen als Upanishaden zwei fundamental verschiedene Texte: denn die Spaltung der Taittirîyas und der Vâjasaneyins ist älter als die Entstehung der Upanishaden. Dagegen die Kâṇvas und die Mâdhyandinas besassen als Upanishaden zwei Redactionen derselben Texte: denn die Spaltung der Kâṇvas und der Mâdhyandinas ist jünger als die Entstehung der Upanishaden. — In der Literatur des Ṛigveda lag, als die Upanishaden verfasst wurden, die Spaltung der Aitareyins und Kaushîtakins bereits vor, und so haben sich in diesen beiden Schulen zwei wesentlich von einander verschiedene Upanishaden entwickelt.