Geschichte der indischen Litteratur v3.c24: Nachträge und Verbesserungen
Geschichte der indischen Litteratur v3.c24
- Language
- German
Contents
- v3.c24.s1 Zum I. Band — 228 parts
- v3.c24.s2 Zum II. Band — 72 parts
- v3.c24.s3 Zum III. Band — 125 parts
- v3.c24.s4 Letzte Nachträge — 546 parts
Nachträge und Verbesserungen
Zum I. Band
v3.c24.s1.1
**S. 8.** Zu diesem Kapitel vgl. E. Windisch, Geschichte der Sanskrit-Philologie und indischen Altertumskunde, I. II. (Grundriß I, 1, 1917 und 1920).
v3.c24.s1.2
**Zu S. 10.** William Jones war nicht nur ein gelehrter und begeisterter Orientalist, sondern auch der erste anglo-indische Dichter. Er dichtete gedankenvolle Hymnen an Brahman, Nārāyaṇa, Lakṣmī usw.; s. E. F. Oaten, A Sketch of Anglo-Indian Literature, London 1908, p. 19 ff.
v3.c24.s1.3
**S. 10 A. 1.** Statt »Portugiesisch« lies »Anglo-indisch«. »Gentoo« ist die anglo-indische Umformung des portugiesischen gentio, »Heide«, und wird zur Bezeichnung der indischen »Heiden«, d. h. der Hindus, im Gegensatz zu den Mohammedanern verwendet.
v3.c24.s1.4
**Zu S. 13 ff.** Vgl. A. F. J. Remy, The Influence of India and Persia on the Poetry of Germany, New York 1901, und P. Th. Hoffmann, Der indische und der deutsche Geist von Herder bis zur Romantik, Diss., Tübingen 1915.
v3.c24.s1.5
**Zu S. 17.** Im Jahre 1921 hat H. von Glasenapp unter dem Titel »Indische Liebeslyrik« (München, Hyperionverlag) ein Bändchen von Friedrich Rückerts Übertragungen aus der indischen Kunstdichtung herausgegeben. —
v3.c24.s1.6
Zur Entdeckungsgeschichte des Veda vgl. W. Caland, De Ontdekkingsgeschiedenis van den Veda, Amsterdam 1918, und Th. Zachariae, GGA 1921, 148 ff.
v3.c24.s1.7
**Zu S. 18, Z. 5.** Auch Anquetil Duperron war ein von den Upaniṣads Begeisterter und selbst eine Art indischer Asket. Vgl. E. Windisch, Die altindischen Religionsurkunden und die christliche Mission, Leipzig 1897, S. 15, und Geschichte der Sanskrit-Philologie S. 48 ff.
v3.c24.s1.8
**S. 19, Z. 19.** Statt »Calcutta« lies »London«.
v3.c24.s1.9
**Zu S. 20, Z. 7.** Eine zweite Auflage von Aufrechts Ausgabe der Hymnen des Rigveda ist Bonn 1877 erschienen.
v3.c24.s1.10
**Zu S. 24 unten.** Eine besondere Schwierigkeit entsteht für die indische Litteraturgeschichte auch dadurch, daß sehr oft derselbe Name in verschiedenen Formen erscheint, daß ein und derselbe Schriftsteller oft zwei oder mehrere verschiedene Namen hat, da Namensynonymik und Namenkürzung in Indien sehr gewöhnlich sind; s. R. O. Franke, Indische Genuslehren, S. 57 ff. und GGA 1892, S. 482 ff.
v3.c24.s1.11
**S. 25, Z. 13.** Statt »jainistischen« lies »jinistischen«.
v3.c24.s1.12
**Zu S. 25 A. 1** s. jetzt Bd. II, S. 2, 357 f., 363.
v3.c24.s1.13
**Zu S. 26, Z. 5.** Nach Fleet (JRAS 1912, 239) wurde Aśoka 264 v. Chr. gekrönt.
v3.c24.s1.14
**S. 29, Z. 3 v. u.** Statt »400 v. Chr.« lies »240 v. Chr.«.
v3.c24.s1.15
**Zu S. 31.** Über das Alter der Schrift in Indien s. auch Barth, RHR 41, 1900, 184 ff. = Œuvres II, 317 ff. Sehr beachtenswerte Argumente für die Kenntnis und den Gebrauch der Schrift schon in vedischer Zeit führt Shyâmajî Krishṇavarmâ an, OC VI, Leide 1883, S. 305 ff.
v3.c24.s1.16
**Zu S. 33.** I-tsing (Transl. Takakusu, p. 182 f.) erwähnt, daß noch zu seiner Zeit (7. Jahrh. n. Chr.) die Vedas nur mündlich überliefert wurden.
v3.c24.s1.17
**Zu S. 35, Z. 11.** Kielhorn hat die ältesten Handschriften des westlichen Indiens aus dem 11. Jahrhundert entdeckt (Report für 1880/81, Bombay 1881).
v3.c24.s1.18
**Zu S. 35, Z. 27.** Das hat sich jetzt gründlich geändert. Es sind namentlich durch die preußische Turfan-Expedition eine Reihe außerordentlich wichtiger Texte zum Vorschein gekommen; s. Lüders, Über die literarischen Funde von Ostturkestan, SBA 1914, S. 90 ff.
v3.c24.s1.19
**S. 36, Z. 9 und 10** lies »Stein« statt »Felsen« und »Inschriften auf Steinplatten« statt »Felseninschriften«.
v3.c24.s1.20
**Zu S. 37 ff.** vgl. R. G. Bhandarkar, JBRAS 16, 245 ff.; 17, 1 ff.
v3.c24.s1.21
**S. 38, A. 1.** Statt »dem Altbaktrischen« lies »der Sprache«.
v3.c24.s1.22
**Zu S. 39, Z. 4.** Über die Zeit des Pāṇini s. jetzt Bd. III, S. 383.
v3.c24.s1.23
**Zu S. 39 f.** Epigraphische Gründe sprechen dafür, daß das Sanskrit eine Modifikation eines nordindischen Dialektes ist, der durch grammatische Schulen ausgebildet wurde und sich in historischer Zeit langsam über ganz Indien unter den gebildeten Klassen ausbreitete; s. Bühler, Ep. Ind. I, p. 5. Als heilige Sprache (brāhmī vāc) wird das Sanskrit im Mahābhārata I, 78, 13 bezeichnet, und die Sprache einer bestimmten Gesellschaftsklasse ist es wohl immer gewesen. Vgl. Windisch, Über den sprachlichen Charakter des Pali (OC XIV, Paris 1906) S. 14 ff.; Thomas, JRAS 1904, 747 f.; W. Petersen, JAOS 32, 1912, 414 ff.; T. Michelson JAOS 33, 1913, 145 ff.
v3.c24.s1.24
**Zu S. 41.** Über Sanskrit als eine »lebende« Sprache vgl. auch S. Krishṇavarmâ in OC V, Berlin 1881, II b, S. 222; R. G. Bhandarkar, JBRAS 16, 1885, 268 ff., 327 ff.; Windisch, OC XIV, Paris 1897, I, 257, 266; Hertel, Tantrākhyāyika, Übers. I, S. 8 ff.; HOS vol. XII, p. 80 ff.
v3.c24.s1.25
**S. 42, Z. 7.** Nach »sowie der« ist »nur« einzufügen.
v3.c24.s1.26
**Zu S. 43.** Das hier über das Pāli Gesagte ist jetzt nach Bd. II, S. 10 A. 3 zu berichtigen. G. A. Grierson (Bhandarkar Com. Vol. 117 ff.) schließt sich der Ansicht von Windisch an, daß das Pāli eine Mischsprache sei, deren Grundlage Māgadhī bildete. Übereinstimmend mit Sten Konow (ZDMG 64, 1910, 114 ff.) findet er eine große Ähnlichkeit zwischen Pāli und Paiśācī-Prākrit. Letzteres war wahrscheinlich der Lokaldialekt des östlichen Gāndhāra und der Gegend von Taxila, das zur Zeit des Buddha durch seine Gelehrsamkeit berühmt war.
v3.c24.s1.27
**Zu S. 44 oben.** Über den »Gāthā-Dialekt« vgl. S. Lefmann, ZDMG 29, 212 ff.; E. Senart, Ind. Ant. 21, 1892, 243 ff.
v3.c24.s1.28
**S. 44, Z. 13, 18, 23.** Lies »Māhārāṣṭrī«.
v3.c24.s1.29
**S. 45, Z. 2.** Lies »Guṇāḍhyas« statt »Guṇādhyas«.
v3.c24.s1.30
**S. 45, Z. 5.** Nach »Drama« ist »und in Kunstgedichten« einzufügen.
v3.c24.s1.31
**Zu S. 45, III.** Eine Übersicht über die indoarischen Volkssprachen gibt Grierson, BSOS 1918, 47 ff.
v3.c24.s1.32
**Zu S. 52, Z. 3.** Über die Sprache des Rigveda vgl. J. Wackernagel, Altindische Grammatik I, p. XIII ff.
v3.c24.s1.33
**Zu S. 53.** Über die Anordnung der Hymnen in den Büchern II—VII einerseits und I, VIII—X andererseits s. A. Bergaigne, JA 1886/7, und A. Barth, RHR 19, 1889, 134 ff. = Œuvres II, 8 ff. Über Kriterien zur Unterscheidung älterer und jüngerer Hymnen im Rigveda s. Bloomfield, JAOS 31, p. 49 ff.
v3.c24.s1.34
**Nach S. 54, Z. 3** einzufügen: Eine jüngere Schicht rigvedischer Hymnendichtung stellen im allgemeinen die sogenannten Khilas dar, die sich in einigen Handschriften finden. Das Wort Khila bedeutet »Nachlese« oder »Supplement«, und schon dieser Name deutet darauf hin, daß es sich um Texte handelt, die erst gesammelt und der Saṃhitā angefügt wurden, als diese bereits abgeschlossen war. Das hindert nicht, daß manche dieser Khilas den Hymnen der Rigveda-Saṃhitā an Alter nicht nachstehen und aus irgendeinem uns unbekannten Grund nicht in die Sammlung aufgenommen worden sind. Von der Art dürften die elf Vālakhilya-Hymnen sein, die sich in allen Handschriften am Ende des VIII. Buches finden, ohne zu diesem gezählt zu werden. Verhältnismäßig alt dürften auch die elf Suparṇa-Hymnen, sowie die Praiṣasūktāni und die prosaischen Nividas — kleine Sammlungen von Opferlitaneien — sein. Die Khilas sind herausgegeben von I. Scheftelowitz, Die Apokryphen des Ṛgveda (Indische Forschungen I), Breslau 1906. S. auch Scheftelowitz, ZDMG 73, 1919, 30 ff.; 74, 1920, 192 ff.; 75, 1921, 37 ff.; Oldenberg, Die Hymnen des Ṛigveda I, Berlin 1888, 504 ff., und GGA 1907, 210 ff.; A. B. Keith, JRAS 1907, 224 ff.
v3.c24.s1.35
**S. 54, Z. 25.** Statt »altindischen« lies »ältesten indischen«.
v3.c24.s1.36
**Zu S. 56, Z. 1.** Über die Silbenzahl als das eigentliche Prinzip der vedischen Metrik s. Weber, Ind. Stud. VIII, 178 f.
v3.c24.s1.37
**Zu S. 56, Z. 17.** Über die Metrik des Rigveda als Kriterion des Alters vgl. E. V. Arnold, Vedic Metre, Cambridge 1905, und A. B. Keith und Arnold, JRAS 1906, 484 ff., 716 ff., 997 ff.
v3.c24.s1.38
**S. 56 A. 5, Z. 1** lies »avestisch« statt »altbaktr.«.
v3.c24.s1.39
**S. 57, Z. 5** lies »Osten« statt »Westen«.
v3.c24.s1.40
**S. 58, Z. 18 f.** Statt »Ein Verbot der Kuhtötung« usw. lies: »Ein absolutes Verbot der Kuhtötung gab es in der ältesten Zeit nicht, wenn auch das Wort aghnyā, ,die nicht zu tötendeʻ, für ,Kuhʻ darauf hindeutet, daß man Kühe doch nur ausnahmsweise tötete.« Vgl. A. A. Macdonell and A. B. Keith, Vedic Index of Names and Subjects, London 1912, II, 145 ff.
v3.c24.s1.41
**Zu S. 61 ff.** Zur Geschichte der Vedaforschung und zu dem Streit über die Interpretationsmethoden vgl. Barth, Œuvres II, 237 ff.; H. Oldenberg, Vedaforschung, Stuttgart und Berlin 1905, und dazu Winternitz, WZKM 19, 1905, 419 ff.
v3.c24.s1.42
**Zu S. 62, Z. 7.** Das hohe Alter des Nirukta beweist dessen Sprache, die altertümlicher ist, als die der übrigen nichtvedischen Sanskritlitteratur; s. Bhandarkar, JBRAS 16, 1885, 265 f. Lakshman Sarup, The Nighaṇṭu and the Nirukta the oldest Indian Treatise on Etymology, Philology and Semantics, Introduction, Oxford 1920, p. 54, gibt nur die allgemeine Meinung wieder (ohne neue Beweise beizubringen), daß Yāska zwischen 700 und 500 v. Chr. lebte. Bekannt waren dem Yāska alle vedischen Saṃhitās und die wichtigsten Brāhmaṇas, einschließlich des jüngsten Gopatha-Brāhmaṇa, die Prātiśākhyas und einige der Upaniṣads; s. Sarup a. a. O. p. 54 f. und P. D. Gune in Bhandarkar Com. Vol. p. 43 ff. Yāska hielt schon den Veda für offenbart; es gab aber schon zu seiner Zeit Zweifler an der Heiligkeit des Veda, s. Sarup a. a. O. p. 71 ff. Seiner Ausgabe des Nirukta hat Satyavrata Sāmaśramin eine interessante Abhandlung in Sanskrit beigefügt über das Alter des Yāska (um 1900 v. Chr.!) und den Zweck des Nirukta; s. Barth, RHR 27, 1893, 184 ff. = Œuvres II, 94 ff. Über Yāska s. auch Liebich, Zur Einführung in die indische einheim. Sprachwiss. II, 22 ff.
v3.c24.s1.43
**Zu S. 63 A. 3.** Ausgewählte Lieder des Rigveda sind übersetzt von K. F. Geldner in A. Bertholet, Religionsgeschichtliches Lesebuch, Tübingen 1908, S. 71 ff., und A. Hillebrandt, Lieder des Rigveda, Göttingen 1913. Wichtige Beiträge zur Kritik und Exegese des Rigveda von H. Oldenberg, Ṛgveda, Textkritische und exegetische Noten, AGGW, N. F. Bd. XI, Nr. 5, und Bd. XIII, Nr. 3, 1909 und 1912; Geldner, Der Rigveda in Auswahl, I. Glossar, II. Kommentar, Stuttgart 1907—1909, und ZDMG 71, 1917, 315 ff.; M. Bloomfield, JAOS 27, 1906, 72 ff.; E. W. Fay, ebenda 403 ff.; A. B. Keith, JRAS 1910, 921 ff.
v3.c24.s1.44
**Zu S. 66, Z. 18.** L. de La Vallée Poussin (Le Védisme, Paris 1909), dem sich A. B. Keith, JRAS 1909, 469 ff., anschließt, bestreitet, daß wir im Veda »eine Mythologie im Werden« vor uns haben: mit Unrecht, will mir scheinen, wenn nicht ein Mißverständnis vorliegt. Ich wollte nicht sagen, daß in den Zeiten der Rigveda-Saṃhitā die Mythologie erst entstanden ist. Die Anfänge der vedischen Religion liegen gewiß weit hinter der Redaktion der Saṃhitā zurück. Aber eben jene Hymnen, in denen kaum noch ein Unterschied zwischen den Naturerscheinungen und den in ihnen verkörperten Gottheiten gemacht wird, reichen bis in die Zeit der Anfänge der vedischen Mythologie zurück. Damit ist natürlich nicht gesagt, daß dies für die ganze Saṃhitā als solche gilt.
v3.c24.s1.45
**S. 77 A. 1, Z. 5** lies »oben S. 54« statt »oben II, S. 54«.
v3.c24.s1.46
**Zu S. 85 A. 3.** Daß das Lied Rigveda X, 18 nicht einheitlich ist — nur die Verse 10—13 sind ein einheitliches Gedicht —, hat W. Caland, Die altindischen Toten- und Bestattungsgebräuche, Amsterdam 1896, S. 163 ff., gegen R. Roth (ZDMG 8, 1854, 467 ff.) bewiesen. S. auch W. D. Whitney, Oriental and Linguistic Studies, New York 1873, 51 ff., und L. v. Schroeder, WZKM 9, 1895, 112 f.
v3.c24.s1.47
**Zu S. 88, A. 2.** S. auch Oldenberg, Buddha, 7. Aufl., S. 17 ff.
v3.c24.s1.48
**Zu S. 89.** Daß die Dialoglieder des Rigveda, die Oldenberg »Ākhyānahymnen« genannt hat, in der Weise restlos zu erklären sind, daß sie auf eine aus Prosa und Versen gemischte Erzählung zurückgehen, von der uns nur die poetischen Wechselreden erhalten blieben, läßt sich heute nicht mehr aufrecht erhalten. Am besten wird man diese Dialoglieder als Balladen bezeichnen. Wir können Ākhyāna geradezu durch »Ballade« übersetzen, wenn wir darunter eine halbdramatische Erzählung in Dialogform verstehen, die entweder ganz in Versen oder in einem Gemisch von Prosa und Versen abgefaßt ist. Beispiele solcher Balladendichtung haben wir auch in den Purāṇas (I, 469 ff.), in dem jinistischen Uttarajjhayaṇa (II, 312 ff.), ganz besonders aber in der buddhistischen Litteratur (I, 433 f.; II, 43 ff., 75. 85 ff., 98 f., 114, 120, 169 f., 190, 199, 225) gefunden. S. Lévi (Le Théâtre Indien, p. 301 ff.), J. Hertel (WZKM 18, 1904, 59 ff., 137 ff.) und L. v. Schroeder (Mysterium und Mimus im Rigveda, Leipzig 1908) haben in diesen Dialogliedern mehr oder weniger vollkommene Dramen sehen wollen. Das sind sie wohl nicht, aber sie sind eine Vorstufe des eigentlichen Dramas, und manche Ākhyānas können ebenso gut als eine Art primitiver Dramen wie als Balladen aufgefaßt werden. (Vgl. oben S. 161 f.) Schon A. Barth (RHR 19, 1889, 130 f. = Œuvres II, 5 f.) sagt, man könne sich kein besseres Pendant zur Erzählung von Purūravas und Urvaśī im Śatapatha-Brāhmaṇa denken, als die Ballade von König Rasālū in Temples »Legends of the Panjâb«. Und J. Hertel (Indische Märchen, S. 344, 367 f.) vergleicht das von ihm als »vedisches Mysterium« bezeichnete Suparṇākhyāna mit den von Temple beschriebenen halb epischen, halb dramatischen Swāngs des heutigen Nordwestindien.
v3.c24.s1.49
Der Suparṇādhyāya (Sauparṇa, Suparṇākhyāna) ist ein apokryphes, spätvedisches Werk, dessen Verfasser sich krampfhaft bemüht, in Sprache, Akzentuierung und äußerer Form die Rigveda-Hymnen nachzuahmen, um sein Werk als zum Rigveda gehörig erscheinen zu lassen. Die Zeit dieses Werkes ist ganz unbestimmt, und Hertels Behauptung, daß es »ein Alter von mehr als 2500 Jahren« habe, ist nicht erwiesen. Hertel (WZKM 23, 1909, 273 ff.) sucht das Gedicht, das die aus dem Epos bekannte Sage von Kadrū und Vinatā und den Schlangen (s. oben I, 332) behandelt, und von dem er auch eine deutsche Übersetzung gegeben hat (Indische Märchen, 1919, S. 344 ff.), als eine dramatische Dichtung zu erweisen, die geradezu als Bindeglied zwischen dem »vedischen Drama« (den Dialogliedern des Rigveda) und dem klassischen Drama bezeichnet werden könne. So wie uns der Text vorliegt, ist er aber nur ein Balladenzyklus. Daß er für eine dramatische Darstellung bestimmt war, ist allerdings möglich. Vgl. Oldenberg, Zur Geschichte der altindischen Prosa, S. 61 ff., auch NGGW 1919, S. 79 ff.
v3.c24.s1.50
M. Bloomfield (Amer. Journal of Philology 30, 1909, 78 ff.) und Hillebrandt, Lieder des Ṛgveda (an verschiedenen Stellen) haben sich wenigstens teilweise den Anschauungen v. Schroeders über die Dialoglieder angeschlossen. Über die ganze Frage habe ich ausführlich gehandelt in WZKM 23, 1909, 102 ff. und Österreich. Monatsschrift für den Orient 41, 1915, 173 ff. S. auch Pischel, GGA 1891, 355 ff.; Oldenberg, GGA 1909, 66 ff.; NGGW 1911, 459 ff.; Keith, JRAS 1909, 200 ff.; 1911, 979 ff.; 1912, 429 ff.; ZDMG 64, 1910, 534 ff.; Charpentier, WZKM 23, 1909, 151 f.; 25, 1911, 307 ff.; Caland, AR 14, 1911, 499 ff.; K. F. Geldner, Die indische Balladendichtung, Festschrift der Universität Marburg für die Philologenversammlung 1913, S. 93 ff., und Windisch, Geschichte der Sanskrit-Philologie, S. 404 ff.
v3.c24.s1.51
**S. 91, Z. 19** lies: »Kathāsaritsāgara«.
v3.c24.s1.52
**Zu S. 91 A. 1.** Der Purūravas-Urvaśī-Dialog ist auch übersetzt von Hertel, Indogerm. Forschungen 31, 1912, 143 ff., und Hillebrandt, Lieder des Ṛgveda, S. 142 ff. Die Sage von Purūravas und Urvaśī findet sich auch im Baudhāyana-Śrautasūtra, s. Caland in Album Kern, S. 57 ff.
v3.c24.s1.53
**Zu S. 91 A. 2.** Über das Lied von Yama und Yamī s. auch A. Weber, SBA 1895, 822 ff.
v3.c24.s1.54
**Zu S. 93.** Zum Sūryāsūkta s. auch J. Ehni, ZDMG 23, 1879, 166 ff.; Pischel, Vedische Studien I, 14 ff.; Oldenberg, GGA 1889, S. 7.
v3.c24.s1.55
**Zu S. 96, Z. 1.** Das Froschlied war wohl niemals eine Satire. Komik liegt in dem Gedicht nur für uns, nicht für die alten Inder, die in den Fröschen tatsächlich mächtige Zauberwesen sahen. Vgl. Schroeder, Mysterium und Mimus, S. 396 ff.
v3.c24.s1.56
**Zu S. 96 f.** Das Lied Rv. IX, 112 hatte ich früher (WZKM 23, 111 f.), durch die mit bewundernswerter Phantasie ausgeführte Hypothese Schroeders (a. a. O. 408 ff.) bestochen, als für einen volkstümlichen Umzug beim Somafest bestimmt angesehen. Ich halte es jetzt für wahrscheinlicher, daß dieses und andere Somalieder als Arbeitslieder aufzufassen sind, die beim Pressen des Somas gesungen wurden. Vgl. K. Bücher, Arbeit und Rhythmus, 5. Aufl. 1919, S. 412 f.
v3.c24.s1.57
**Zu S. 102 A. 3.** Zu den Rätseln von Rv. I, 164 vgl. R. Roth, ZDMG 46, 1892, 759 f.; E. Windisch, ZDMG 48, 1894, 353 f.; H. Stumme, ZDMG 64, 1910, 485 f., und V. Henry, Revue critique 1905, p. 403.
v3.c24.s1.58
**Zu S. 103 A. 1.** Jetzt ist vor allem die von Ch. Lanman herausgegebene vollständige Übersetzung des Atharvaveda von W. D. Whitney in HOS, vols. 7 und 8 zu nennen. Vgl. dazu Winternitz, WZKM 21, 1907, 70 ff. Zum Inhalt des Atharvaveda s. V. Henry, La magie dans l'Inde antique, Paris 1904; Oldenberg, AR 7, 1904, 217 ff. Zur Interpretation s. F. Edgerton, American Journal of Philology 35, 1914, 435 ff.
v3.c24.s1.59
**Zu S. 105.** Wir können (mit Lanman, HOS vol. 7. p. CXXVII ff.) drei große Abteilungen der Saṃhitā unterscheiden: 1. die Bücher I—VI, zu denen Buch VII eine Nachlese enthält; 2. die Bücher VIII bis XII und 3. die Bücher XIII—XVIII, zu denen Buch XIX eine Nachlese enthält.
v3.c24.s1.60
**Zu S. 105 A. 1.** Mit dem Kommentar des Sāyaṇa ist die Atharvaveda-Saṃhitā herausgegeben von Shankar P. Pandit, 4 vols., Bombay 1895—1898. Die Handschrift der Paippalāda-Rezension haben M. Bloomfield und R. Garbe (The Kashmirian Atharva-Veda, Stuttgart 1901) in Faksimile veröffentlicht. Die Bücher I, II, IV—VIII der Kaschmirischen Rezension sind mit textkritischen Noten herausgegeben von Le Roy Carr Barret und F. Edgerton in JAOS vols. 26, 30, 32, 34, 35, 37, 40 und 41, 1906—1921. Nach einer bestimmten Tradition hat es neun Rezensionen des Ath. gegeben.
v3.c24.s1.61
**Zu S. 106.** Zur Metrik des Atharvaveda s. Whitney, HOS vol. 7, p. CXXVI f. Unregelmäßigkeiten des Metrums sind dem Atharvaveda ebenso eigentümlich, wie allen außerhalb des Ṛigveda stehenden metrischen Vedatexten. Es hieße den Text willkürlich ändern, wollte man das Metrum überall richtig stellen.
v3.c24.s1.62
**Zu S. 113.** Zum Lied an Takman vgl. J. V. Grohmann, Ind. Stud. 9, 1865, 381 ff.
v3.c24.s1.63
**Zu S. 122 Z. 26.** Über die Schlafzauberlieder (Ṛv. 7, 55 und Atharvaveda 4, 5) vgl. Th. Aufrecht, Ind. Stud. 4, 337 ff.
v3.c24.s1.64
**Zu S. 131.** Vgl. F. Edgerton, The Philosophical Materials of the Atharva Veda (Studies in Honor of Maurice Bloomfield, New Haven 1920, p. 117 ff.).
v3.c24.s1.65
**Zu S. 132.** Über den Kāla-Hymnus s. F. O. Schrader, Über den Stand der indischen Philosophie zur Zeit Mahāvīras und Buddhas, 1902, S. 20 f.
v3.c24.s1.66
**Zu S. 142 A. 3.** Die Ausgabe von Benfey gibt die Saṃhitā der Kauthumas. Nach Weber LG 71 ist die von J. Stevenson 1842 herausgegebene und übersetzte Sāmaveda-Saṃhitā die der Rāṇāyanīyas. Alle Texte der Kauthumas sind herausgegeben von Satyavrata Sāmaśramin, Bibl. Ind. 1871 ff. Jetzt besitzen wir auch die Jaiminīya-Saṃhitā, herausgegeben von W. Caland, Indische Forschungen 2, Breslau 1907, mit einer Einleitung über die Sāmavedalitteratur. Vgl. auch Oldenberg, GGA 1908, 711 ff.
v3.c24.s1.67
**Zu S. 143 A. 2.** Vgl. auch Joh. Brune, Zur Textkritik der dem Sāmaveda mit dem achten Maṇḍala des Ṛgveda gemeinsamen Stellen, Diss. Kiel 1909, der zu demselben Ergebnis kommt wie Aufrecht und wie Oldenberg, Hymnen des Rigveda I, S. 289 f.
v3.c24.s1.68
**Zu S. 144, Z. 21.** Es ist nicht richtig, daß die 585 Yonis »nach ebenso vielen verschiedenen Melodien« gesungen werden. Da zu einer Yoni oft mehrere Melodien gehören, ist die Zahl der letzteren etwa die doppelte; s. Oldenberg, GGA 1908, 712 A.
v3.c24.s1.69
**Zu S. 145, Z. 7.** Caland (De wording van den Sāmaveda, Amsterdam [Akad.] 1907; Die Jaiminīya-Saṃhitā, S. 4 f. und WZKM 22, 1908, 436 ff.) will beweisen, daß das Uttarārcika älter ist. Oldenberg, GGA 1908, 713, 722, bestreitet es mit guten Gründen. Über die Frage der Entstehung des Sāmaveda s. Caland, Eene unbekende Recencie van den Sāmaveda, Amsterdam (Akad.) 1905.
v3.c24.s1.70
**Zu S. 145 unten.** Der Satz: »Es scheint, daß die Sangweisen« bis »(»Waldgesangbuch«)« ist zu streichen. Statt dessen soll es heißen: »Zum Ārcika gibt es ein Grāmageyagāna (»Dorfgesangbuch«) und ein Āraṇyagāna (»Waldgesangbuch«). In letzterem wurden diejenigen Sangweisen gesammelt, denen eine besondere Gefährlichkeit (ein Zauber, ein Tabú) innewohnt, und die deshalb nicht im Dorfe, sondern im Walde gelernt werden mußten.« So richtig W. Caland, Die Jaiminīya-Saṃhitā, S. 10, und Oldenberg, GGA 1908, S. 722 f. Hinzuzufügen ist: Außer dem Grāmageyagāna und dem Āraṇyageyagāna gibt es noch zwei Gesangbücher, das Ūhagāna und das Ūhyagāna. Der Zweck der beiden ist es, die Sāmans in derjenigen Reihenfolge zu geben, in der sie beim Ritual verwendet werden; und zwar steht das Ūhagāna zum Grāmageyagāna, das Ūhyagāna zum Āraṇyageyagāna in Beziehung; s. Caland, Jaiminīya-Saṃhitā, S. 2 ff.
v3.c24.s1.71
**Zu S. 147, Z. 15 ff.** Oldenberg schließt seine Untersuchungen über den Sāmaveda (GGA 1908, 734) mit der Bemerkung, daß mit diesen litterarischen Untersuchungen »doch nur die auf der Außenseite des Sāmaveda liegenden Probleme berührt sind«; denn um tiefer zu dringen, müßte der Philolog auch Musikhistoriker sein. Seither haben wir durch E. Felber (Die indische Musik der vedischen und der klassischen Zeit, mit Texten und Übersetzungen von B. Geiger, SWA 1912) auf Grund der Platten des Phonogramm-Archivs der Wiener Akademie Einblick in die heutige Rezitationsweise der Sāmans bekommen. Aber ob wir damit auch erfahren, wie die alten Udgātṛs vor 3000 Jahren gesungen haben, bleibt doch zweifelhaft. S. auch R. Simon, Die Notationen der vedischen Liederbücher (WZKM 27, 1913, 305 ff.).
v3.c24.s1.72
**Zu S. 148, Z. 5.** Über die Kapiṣṭhala-Kaṭha-Saṃhitā s. L. v. Schroeder, WZKM 12, 362 f.
v3.c24.s1.73
**Zu S. 148 A. 1.** Das Kāṭhakam ist jetzt vollständig herausgegeben von L. v. Schroeder (1900—1910), dazu Index Verborum von R. Simon, 1912. Über den Inhalt des Kāṭhaka s. Weber, Ind. Stud. 3, 451 ff. Zur Kritik und Erklärung des Textes s. Caland, ZDMG 72, 12 ff.; Keith, JRAS 1910, 517 ff.; 1912, 1095 ff.
v3.c24.s1.74
**Zu S. 148 A. 2.** Über die Maitrāyaṇī-Saṃhitā, ihr Alter, Verhältnis zu anderen Śākhās, ihre sprachliche und historische Bedeutung s. Schroeder, ZDMG 33, 1879, 177 ff. Zur Kritik und Erklärung dieser Saṃhitā s. Caland, ZDMG 72, 6 ff.
v3.c24.s1.75
**Zu S. 148 A. 3.** Mit Sāyaṇas Kommentar ist die Taittirīya-Saṃhitā herausgegeben in ĀnSS Nr. 42, 9 vols.; ins Englische übersetzt von A. B. Keith in HOS vols. 18 und 19, 1914.
v3.c24.s1.76
**Zu S. 149 A. 1.** »Daß die Saṃhitā des weißen Yajurveda der Urform des Veda des Adhvaryu am nächsten steht«, wie Pischel KG 172 glaubt, ist sehr unwahrscheinlich. Vgl. Keith, HOS vol. 18, p. LXXXV ff., über das Verhältnis der Saṃhitās des Yajurveda zueinander.
v3.c24.s1.77
**Zu S. 153, Z. 14—16.** Vāj.-Saṃh. 34, 1—6 findet sich als Upaniṣad bei Duperron und ist übersetzt von Deussen, Sechzig Upanishads des Veda, S. 837. Eine zu den Khilas des Rigveda gezählte Śivasamkalpa-Upaniṣad hat Scheftelowitz, ZDMG 75, 1921, 201 ff., neu herausgegeben, übersetzt und besprochen.
v3.c24.s1.78
**Zu S. 155.** Über die Prosa der Yajussprüche handelt Oldenberg, Zur Geschichte der altindischen Prosa, AGGW, N. F., Bd. 16, Berlin 1917, S. 2 ff.
v3.c24.s1.79
**Zu S. 157, Z. 12 ff.** Es scheint aber doch, daß die Opfersymboliker in der Harmonie der Metren etwas Geheimnisvolles sahen, an dem die Götter besonderes Wohlgefallen hätten; vgl. Śatapatha-Br. 8, 5, 2, 1; Weber, Ind. Stud. 8, 1863, S. 8 ff., 28 ff., und oben S. 56.
v3.c24.s1.80
**Zu S. 160.** Über die Brahmodyas s. Ludwig, Der Rigveda III, 390 ff. Rud. Koegel, Geschichte der deutschen Litteratur I, 1, 1894, S. 5, 64 ff., rechnet die Brahmodyas, mit denen er die altgermanische Rätseldichtung vergleicht, zu dem poetischen Erbgut der indogermanischen Urzeit.
v3.c24.s1.81
**Zu S. 163 ff.** H. Oldenberg, Vorwissenschaftliche Wissenschaft, die Weltanschauung der Brāhmaṇa-Texte, Göttingen 1919, versucht, dem Gedankengehalt der Brāhmaṇas gerecht zu werden. Was aber Oldenberg »vorwissenschaftliche Wissenschaft« nennt, wäre doch richtiger als »priesterliche Pseudowissenschaft« zu bezeichnen. Über die Prosa der Brāhmaṇas s. Oldenberg, Zur Geschichte der altindischen Prosa, S. 13 ff., 20 ff.
v3.c24.s1.82
**Zu S. 164 A. 3.** Statt der Anmerkung, die zu streichen ist, soll es heißen: An mehreren Stellen des Śatapatha-Brāhmaṇa kommt das Wort bandhu, »Verbindung, Beziehung«, d. h. »Erklärung des tieferen Zusammenhangs, der eigentlichen Bedeutung« vor, wo an späteren Stellen das Wort brāhmaṇa in demselben Sinne gebraucht wird. Vgl. Weber, LG S. 12; Ind. Stud. 5, 60; 9, 351; Oldenberg, Vorwissenschaftl. Wissenschaft, S. 4.
v3.c24.s1.83
**Zu S. 166, Z. 8 ff.** Das Aitareya-Brāhmaṇa und das Kauṣītaki- oder Śāṅkhāyana-Brāhmaṇa sind herausgegeben in ĀnSS Nr. 32 und Nr. 65, ins Englische übersetzt von A. B. Keith in HOS vol. 25, 1920. In der Einleitung zeigt Keith, daß das Kauṣītaki-Br. entschieden jünger ist als das Aitareya-Br. Während aber letzteres nicht das Werk einer Hand und einer Zeit ist, ist das Kauṣītaki-Br. ein einheitliches Werk. Die Handschriften geben manchmal den Titel Šāṅkhāyana-Br., aber im Text selbst wird der Name Šāṅkhāyana nicht erwähnt. Beide Brāhmaṇas waren sowohl dem Pāṇini als auch dem Yāska bekannt. Nach Keith (p. 44 ff.) ist das Aitareya-Brāhmaṇa wahrscheinlich älter als die Brāhmaṇateile der Taittirīya-Saṃhitā und sicher älter als Jaiminīya-Br. und Šatapatha-Br. Āpastamba erwähnt zwar die Kauṣītakins, aber seine Zitate aus einem »Bahvṛca-Brāhmaṇa«, d. h. einem Brāhmaṇa des Rigveda, beziehen sich weder auf das Aitareya-, noch auf das Kauṣītaki-Brāhmaṇa. Über die Sprache des Aitareya-Brāhmaṇa s. Liebich, Panini, S. 23 ff. Über Mahīdāsa Aitareya s. Keith, Aitareya Āraṇyaka, Introd. p. 16 f. Zur Kritik und Erklärung der beiden Brāhmaṇas s. Caland, ZDMG 72, 23 ff., 25 f. Kauṣītaki-Brāhmaṇa X ist übersetzt von R. Löbbecke, Über das Verhältnis von Brāhmaṇas und Śrautasūtren, Leipzig 1908.
v3.c24.s1.84
Zu S. 166 A. 1. Das Gopatha-Brāhmaṇa ist herausgegeben von D. Gaastra, Leiden 1919. Während Bloomfield das Gopatha-Brāhmaṇa für jünger als das Vaitānasūtra hält (Der Atharvaveda 101 ff., GGA 1912, Nr. 1), halten es Caland (WZKM 18, 1904, 191 ff.) und Keith (JRAS 1910, 934 ff.) für älter.
v3.c24.s1.85
Zu S. 167 A. 1. Eine Analyse des Tāṇḍya-Mahā-Brāhmaṇa gibt E. W. Hopkins, Gods and Saints of the Great Brāhmaṇa (Transactions of the Connecticut Academy of Arts and Sciences, vol. 15, 1909, pp. 20—69). Zur Kritik des Brāhmaṇa s. Caland, ZDMG 72, 19 ff. Eine mir unbekannte Ausgabe des Ṣaḍviṃśa-Brāhmaṇa von Eelsingh (Leiden 1908) erwähnt Caland (AR 14, 1911, 506). Über die Sprache des Ṣaḍviṃśa-Br. als vorpāṇineisch s. Liebich, Indogerm. Forsch., Anzeiger 1895, S. 30 f. Legenden aus dem Jaiminīya-Brāhmaṇa hat H. Oertel auch mitgeteilt in JAOS, vols. 19, 23, 26 und 28, in OC XI, Paris 1897, I, 225 ff., und in Transactions of the Connecticut Academy of Arts and Sciences, vol. 15, 1909; früher schon A. C. Burnell und W. D. Whitney, Ind. Ant. 13, 1884, 16 ff., 21 ff.; Das Jaiminīya-Brāhmaṇa in Auswahl, Text, Übersetzung, Indices von W. Caland (Verhandelingen der kon. Ak. van Wetenschappen te Amsterdam, Afd. Lett. Deel I N. R. D. XIX Nr. 4) Amsterdam 1919. Zur Textkritik des Jaiminīya-Br. s. auch Caland, WZKM 28, 1914, 61 ff. Von dem zum Sāmaveda gehörigen Šāṭyāyana-Brāhmaṇa sind nur Bruchstücke in Zitaten (besonders in Sāyaṇas Ṛgvedabhāṣya) bekannt, s. H. Oertel, JAOS 18, 1897, p. 15 ff.
v3.c24.s1.86
Zu S. 167 A. 4. Das Šatapatha-Brāhmaṇa gilt allgemein als eines der jüngsten Brāhmaṇas; s. Keith, HOS vol. 18, p. CII f. Nach P. Oltramare, L'histoire des idées théosophiques dans l'Inde I, p. 96 finden sich an vielen Stellen des Šatapatha-Br. Spuren des Einflusses der Upaniṣadlehren. Wackernagel, Altind. Grammatik I, p. XXX erklärt nach der Sprache das Šatapatha-Br., aber auch das Aitareya-Br. als »relativ modern«, während er Pañcaviṃśa-Br. und Taittirīya-Br.
v3.c24.s1.87
tür die ältesten Brāhmaṇas hält (s. dagegen Keith, HOS vol. 25, p. 46 f.). Oldenberg, Zur Geschichte der altindischen Prosa, S. 20 ff., gibt die Beispiele für die »ältere« Brāhmaṇa-Periode aus der Taittirīya-Saṃhitā, für die »jüngere« aus dem Śatapatha-Brāhmaṇa.
v3.c24.s1.88
**Zu S. 169 A. 1.** Das Vaṃśa-Brāhmaṇa ist herausgegeben und erklärt von Weber, Ind. Stud. 4, 371 ff. — Z. 5 der Anmerkung ist »Der« statt »Die« zu lesen.
v3.c24.s1.89
**Zu S. 175.** Vgl. Weber, Die Erhebung des Menschen über die Götter im vedischen Ritual und der Buddhismus, SBA 1897, I, 594 ff.
v3.c24.s1.90
**Zu S. 177.** Über die Identifikationen in den Brāhmaṇas s. Oldenberg, Vorwissenschaftliche Wissenschaft, S. 110 ff.
v3.c24.s1.91
**Zu S. 179.** In den Brāhmaṇas lesen wir auch: »Recht und Wahrheit ist das Opfer, Unrecht ist das Weib«; »Unrecht ist das Weib, der Śūdra, der Hund, der schwarze Vogel (die Krähe) usw.« Vgl. Oldenberg, Vorwissenschaftliche Wissenschaft, S. 44 f. und Winternitz, Die Frau in den indischen Religionen I, S. 4 f., 10 ff., 16 f.
v3.c24.s1.92
**Zu S. 180.** Über die ethischen Auffassungen in den Brāhmaṇas s. Oldenberg, a. a. O., S. 19 ff., 124 ff., 184 ff.
v3.c24.s1.93
**Zu S. 183 ff.** Keith, JRAS 1912, 432 ff., will in der Erzählung von Śunaḥśepa ein spätes Stück und in den Versen nur Zitate sehen. Doch sagt er selbst anderswo (HOS vol. 25, p. 50), daß die Gāthās in dieser Erzählung, wenn auch selbstverständlich jünger als die Rigveda-Verse, doch zweifellos älter sind als die Verse in den Kaṭha-, Kena- und Īśā-Upaniṣads. Oldenberg, Zur Geschichte der altindiscben Prosa, S. 57 ff., sagt mit Recht, man müsse den Text »einfach und schlicht« hinnehmen, wie er dasteht, in der alten prosaisch-poetischen Form indischer Erzählungsweise. — Eine Version der Śunaḥśepa-Legende findet sich im Śāṅkhāyana-Śrautasūtra, s. Keith, HOS vol. 25, p. 29 f., 40 f.
v3.c24.s1.94
**Zu S. 183 A. 2.** Über die Śunaḥśepa-Legende s. auch Weber, Episches im vedischen Ritual, SBA 1891, S. 776 ff., und Keith, HOS vol. 25, p. 61 ff.
v3.c24.s1.95
**S. 197 A. 1, Z. 3.** Statt »Śāṅkhāyana-Śrautasūtra« ist zu lesen: »Aitareya-Brāhmaṇa III, 25.«
v3.c24.s1.96
**Zu S. 198 ff.** Daß an der Entwicklung der Upaniṣad-Ideen die Kriegerkaste einen wesentlichen Anteil hatte, wird bestritten von H. Oldenberg, Die Lehre der Upanishaden und die Anfänge des Buddhismus, Göttingen 1915, 166 f.; von P. Oltramare, L'histoire des idées théosophiques dans l'Inde, I, 96 f., und von A. B. Keith, Aitareya Āraṇyaka, p. 50, und JRAS 1915, p. 550. Aber durch die Ausführungen dieser Gelehrten werden die Tatsachen, daß in den Upaniṣads selbst Krieger so oft als Lehrer auftreten und daß gerade so wichtige Lehren, wie die von der Seelenwanderung, einem König zugeschrieben werden, nicht aus der Welt geschafft. Über die Teilnahme der Krieger am geistigen Leben in Altindien s. auch R. Fick, Die soziale Gliederung im nordöstlichen Indien zu Buddhas Zeit, S. 59 ff. Die Kṣatriyas wurden ja allerdings in den Schulen der Brahmanen herangebildet. Und ich habe nicht behauptet, daß die Upaniṣadlehren eine Kṣatriya-Philosophie darstellen, sondern vielmehr eine Verbindung von priesterlicher mit weltlicher Philosophie. Daß die Verwerfung des Opferdienstes nicht von priesterlichen Kreisen ausgegangen ist, halte ich auch heute noch für wahrscheinlich. Eine vollständige Kontinuität zwischen den Lehren der Brāhmaṇas und denen der Upaniṣads besteht meines Erachtens nicht. Als litterarische Werke sind die alten Upaniṣads allerdings in den Brahmanenschulen zusammengestellt worden, und in diesem Sinne sind sie »brahmanisch«, wie alles, was zum Veda gehört. Aber daraus folgt nicht, daß der ganze oder auch nur der wesentliche Inhalt der Upaniṣads in Priesterkreisen erdacht worden ist. Im übrigen glaube ich (mit Hillebrandt, Aus Brahmanas und Upanisaden, S. 10 ff.), daß zwischen den Brahmanen und den anderen gebildeten Klassen ein reger Austausch philosophischer Gedanken bestanden hat, so daß man die Philosophie der Upaniṣads weder als brahmanische noch als Kṣatriya-Philosophie aufzufassen haben wird.
v3.c24.s1.97
**Zu S. 199 unten.** Statt »Raikva mit dem Ziehkarren« lies: »Raikva Sayugvan«. Die Bedeutung von Sayugvan ist unbekannt. Zur Stelle vgl. Lüders, SBA 1916, X, S. 278 ff.
v3.c24.s1.98
**S. 199 A. 4.** Statt »II, 6« lies: »III, 6«.
v3.c24.s1.99
**Zu S. 202 A. 1.** Oldenberg NGGW 1915, 382 ff., hat recht, daß in den Āraṇyakas alle Texte (Mantras, Brāhmaṇas und selbst Sūtras) vereinigt wurden, die wegen ihres mystischen (unheimlichen, gefährlichen) Inhalts im Walde studiert werden mußten. Erst später ist die Auffassung zur Geltung gekommen, daß das Āraṇyaka dazu da ist, von den Waldeinsiedlern studiert zu werden. Manu 6, 29 sagt, daß der Waldeinsiedler »die Upaniṣadtexte« (aupaniṣadīḥ śrutīḥ) studieren solle. Die Grenze zwischen Āraṇyaka und Upaniṣad ist schwer zu ziehen. In einzelnen Āraṇyakas sind die Upaniṣads eingeschlossen, in anderen schließen sie sich unmittelbar an sie an.
v3.c24.s1.100
**Zu S. 204.** Das Aitareya-Āraṇyaka ist herausgegeben und ins Englische übersetzt von A. B. Keith (Anecdota Oxoniensia, Aryan Series, Part IX, Oxford 1909) und als Appendix dazu auch ein Teil des Śāṅkhāyana-Āraṇyaka (VII—XV). Adhyāyas I und II dieses Āraṇyaka sind herausgegeben und übersetzt von W. Friedländer, Der mahāvrata-Abschnitt des Çāṅkhāyana-Āraṇyaka, Berlin 1900, III bis VI, von Cowell, Calcutta 1901. Über Titel, Alter und Inhalt des Śāṅkhāyana- oder Kauṣītaki-Āraṇyaka s. Keith, JRAS 1908, 363 ff.
v3.c24.s1.101
**Zu S. 205 Z. 18.** In bezug auf die Chronologie der Upaniṣads möchte ich mich heute Deussens Führung nicht mehr so unbedingt anvertrauen; doch ist es schwer, zu sicheren Resultaten zu kommen. Übereinstimmung herrscht nur darüber, daß Aitareya-Upaniṣad, Bṛhadāraṇyaka-Upaniṣad und Chāndogya-Upaniṣad (in welchen beiden allerdings jüngere und ältere Bestandteile zu unterscheiden sind), Kauṣītaki-Upaniṣad und Tattirīya-Upaniṣad am ältesten sind. Sie müssen vor Buddha und vor Pāṇini gesetzt werden. Sicher nachbuddhistisch und nachpāṇineisch ist nur die Maitrāyaṇīya-Upaniṣad. Über die Sprache der Upaniṣads s. Otto Wecker, Der Gebrauch der Kasus in der Upaniṣad-Litteratur, Göttingen 1905 (Bezz. Beitr.); W. Kirfel, Beiträge zur Geschichte der Nominalkomposition in den Upaniṣads und im Epos. Diss. Bonn 1908; A. Fürst, Der Sprachgebrauch der älteren Upaniṣads verglichen mit dem der früheren vedischen Perioden und dem des klassischen Sanskrit, Diss. (Tübingen), Göttingen 1915. Zur Datierung der Upaniṣads nach sachlichen Gründen s. auch Deussen in Transactions of the 3^rd Internat. Congress for the History of Religion, Oxford 1908, II, p. 19 ff.; Oldenberg, Die Lehre der Upanishaden, S. 288 f., 341; Hillebrandt, Aus Brahmanas und Upanisaden, S. 170. Keith, The Aitareya Āraṇyaka, p. 45 ff., hält die Aitareya-Upaniṣad für die älteste Upaniṣad und datiert sie 700—600 v. Chr.; die zweitälteste wäre die Bṛhadāraṇyaka-Upaniṣad.
v3.c24.s1.102
Zu **S. 206**. Litteratur über einzelne Upaniṣads: Über die beiden Rezensionen der Bṛhadāraṇyaka-Upaniṣad s. Liebich, Panini, 62 ff. Die Kaṭha- oder Kāṭhaka-Upaniṣad ist übersetzt von W. D. Whitney, Transactions of the American Philological Association, vol. 21; s. auch Oldenberg, Buddha, S. 58 ff.; Hertel, WZKM 23, 1909, S. 296; R. Fritzsche, ZDMG 66, 1912, 727 f.; zur Textkritik von Kāṭhaka- und Praśna-Upaniṣad s. Hillebrandt, ZDMG 68, 1914, 579 ff. Die Mahā-Nārāyaṇa-Upaniṣad ist herausgegeben von G. A. Jacob, BSS Nr. 35, 1888; über diese Upaniṣad s. R. Zimmermann, Die Quellen der Mahānārāyaṇa-Upaniṣad und das Verhältnis der verschiedenen Rezensionen zueinander. Diss. Berlin 1913, und Ind. Ant. 44, 1915, 130 ff., 177 ff.; vgl. auch Barth, RHR 19, 1889, 150 f. = Œuvres II, 23. Über den theosophischen Inhalt der Māṇḍūkya-Up. s. H. Baynes, Ind. Ant. 26, 1897, 169 ff. Über die Śvetāśvatara-Up. s. Bhandarkar, Vaiṣṇavism etc., p. 106 ff. Die Rāma-Tāpanīya-Upanishad, Text und Übersetzung mit Einleitung über die sektarischen Upanishads von A. Weber, ABA 1864, 271 ff. Über Nirālamba-Up. und Garuḍa-Up. s. Weber, Ind. Stud. 3, 324 ff.; 17, 136 ff., 161 ff. Die Mṛtyulāṅgala-Upaniṣad, herausgegeben von A. C. Burnell (Ind. Ant. 2, 1873, 266 f.) wäre aber zur tantrischen Litteratur zu rechnen.
v3.c24.s1.103
Zu **S. 207 A. 2**. Eine Analyse der in Duperrons Übersetzung enthaltenen Upaniṣads gab Weber, Ind. Stud. Bd. 1, 2 und 9. Eine Liste von 52 Upaniṣads des Atharvaveda bespricht Colebrooke, Misc. Essays I, 93 ff. Dieselbe Liste bei Bhandarkar, Report 1883/84, p. 24 f., eine andere Liste bei Weber, HSS. Verz. p. 95. Ausgaben: Eleven Atharvaṇa-Upanishads ed. by G. A. Jacob, BSS, Nr. 40, 1891. Eine Sammlung von 108 Upaniṣads ist Bombay NSP 1913, eine von 112 Upaniṣads ebendaselbst 1917 erschienen. Verschiedene Upaniṣads mit Kommentaren sind herausgegeben in ĀnSS Nrs. 5—17, 29—31, 62—64. Eine kritische Ausgabe von 20 Upaniṣads, die sich auf Weltentsagung (Sannyāsa) beziehen und für die Geschichte des indischen Asketentums sehr wichtig sind, verdanken wir F. O. Schrader, The Minor Upaniṣads, Vol. I, Madras 1912. Neue Übersetzungen: A. Hillebrandt, Aus Brahmanas und Upanisaden, Jena 1921 (Religiöse Stimmen der Völker); Joh. Hertel, Die Weisheit der Upanischaden, München 1921 (2. Aufl. 1922); R. E. Hume, The Thirteen Principal Upanishads translated from the Sanskrit, Oxford 1921. Sehr nützlich ist G. A. Jacob, A Concordance to the Principal Upanishads and Bhagavadgītā, BSS 1891.
v3.c24.s1.104
**Zu S. 207 f.** M. R. Bodas (JBRAS 22, p. 69 f.) vermutet, daß *upaniṣad* ursprünglich »das Sichniedersetzen beim Opferfeuer« bedeutete, da bei den großen Opfern die Konversationen stattgefunden hätten, die in den Upaniṣads niedergelegt sind. Als »ein Text, der sitzend rezitiert wird« (d. h. »während die Schüler beim Lehrer sitzen«), wird *upaniṣad* von Nārāyaṇa zu Manu VI, 29 definiert, s. Bühler, SBE vol. 25, 203 n. Oldenbergs Ausführungen (ZDMG 54, 1900, S. 70 ff., und Die Lehre der Upanishaden usw., S. 36 f., 155 ff., 348 f.) können mich auch jetzt nicht überzeugen, daß *upaniṣad* ursprünglich »Verehrung« bedeutete. *Upaniṣad* erscheint oft als Synonym von *rahasyam*, aber wird niemals synonym mit *upāsanā* gebraucht. Übrigens hat E. Senart (Florilegium Melchior de Vogüé, Paris 1909, p. 575 ff.) gezeigt, daß auch *upās* in den Upaniṣads nicht »verehren«, sondern »ein tiefes Wissen haben«, »connaître, croire, savoir d'une science intime et certaine« bedeute. Aber auch seine Übersetzung von *upaniṣad* durch »connaissance, croyance« trifft den Sinn des Wortes weniger als »Geheimlehre«. Vgl. auch Macdonell and Keith, Vedic Index I, p. 91 f.
v3.c24.s1.105
**Zu S. 209.** Die Entstehung der größeren Upaniṣads müssen wir uns gewiß so denken, wie es Oldenberg (Die Lehre der Upanishaden usw., S. 148 ff.) darstellt: Einzelne kürzere oder längere Textstücke wurden zu einem Ganzen, zu einer Upaniṣad vereinigt. So erklärt es sich auch, daß einzelne Texte in mehreren Upaniṣads erscheinen. — Wie weit entfernt die Upaniṣads davon sind, irgendein bestimmtes System der Philosophie zu lehren, darüber s. Thibaut, SBE, vol. 34, p. CI ff. und Bhandarkar, Vaiṣṇavism etc., p. 1.
v3.c24.s1.106
**Zu S. 210.** Über die Dialoge der Upaniṣads vgl. Oldenberg a. a. O., S. 160 ff. Über die Sprache der Upaniṣads s. Oldenberg, Zur Geschichte der altindischen Prosa, S. 28 ff. — Eine Zusammenfassung der Lehren der Upaniṣads gibt P. Oltramare, L'histoire des idées théosophiques dans l'Inde I, 63 ff.
v3.c24.s1.107
**Zu S. 211.** Nach Oldenberg a. a. O. S. 46 Anm. hängt das Wort *brahman* mit dem irischen *bricht* (Zauber, Zauberspruch) zusammen. S. auch Oldenberg, Zur Geschichte des Wortes bráhman, NGGW 1916, S. 715 ff.
v3.c24.s1.108
**Zu S. 224, Z. 19.** Vgl. P. Regnaud, Le Pessimisme Brahmanique (Annales du Musée Guimet, t. I, p. 101 et suiv.).
v3.c24.s1.109
**Zu S. 225 unten.** Über den Stil der Maitrāyaṇīya-Upaniṣad s. Oldenberg, Zur Geschichte der altindischen Prosa, S. 33.
v3.c24.s1.110
**Zu S. 229 A. 3.** Ähnlich bedeutet das chinesische Wort *king* »ursprünglich den Aufzug oder Zettel eines Gewebes, sodann Richtschnur, Kanon und endlich, im übertragenen Sinn, jedes Buch, das als Regel oder Kanon zu gelten hat«, s. Grube, Geschichte der chinesischen Litteratur, S. 31.
v3.c24.s1.111
**Zu S. 232 A. 1.** Die Śrautasūtras sind nicht auf Grund der Brāhmaṇas, sondern auf Grund einer langen mündlichen Tradition verfaßt worden; s. R. Löbbecke, Über das Verhältnis der Brāhmaṇas und Śrautasūtren, Diss., Leipzig 1908.
v3.c24.s1.112
**Zu S. 237, Z. 1.** Über die oft falsche und willkürliche Auslegung der Mantras s. E. W. Fay, The Ṛig-Veda Mantras in the Gṛhya-Sūtras, Diss., Roanoke, Va. 1899 und Winternitz, The Mantra-pāṭha, p. XXIX f.
v3.c24.s1.113
**Zu S. 237 A. 1.** Der zweite Prapāṭhaka des Mantra-Brāhmaṇa ist herausgegeben und übersetzt von H. Jörgensen (Kieler Diss.), Darmstadt 1911.
v3.c24.s1.114
**Zu S. 238 f.** Zur Rituallitteratur: Hiraṇyakeśi-Śrautasūtra mit Kommentar herausgegeben in ĀnSS Nr. 53 (5 vols.). Zur Kritik und Exegese des Āpastambīya-Śrautasūtra s. Caland, ZDMG 72, 1918, S. 27 ff. Das Śrautasūtra des Āpastamba aus dem Sanskrit übersetzt von W. Caland, 1.—7. Buch, Göttingen 1921 (Quellen der Religionsgeschichte). Bhāradvāja-Gṛhyasūtra, ed. by Henriette J. W. Salomons, Leyden 1913. The Bodhâyanagṛihya-sûtra ed. by L. Śrînivâsâchârya, Mysore 1904 (Bibliotheca Sanscrita Nr. 32). Von Calands Ausgabe des Baudhāyana-Śrautasūtra in Bibl. Ind. waren bis 1914 der erste Band und fünf Faszikeln des zweiten Bandes erschienen; s. auch Caland, Das rituelle Sūtra des Baudhāyana, Leipzig 1903, AKM XII, 1, und dazu Winternitz, WZKM 17, 1903, 289 ff. Das Cayana des Mānava-Śrautasūtra ist kritisch herausgegeben von J. M. van Gelder, Leiden 1921, Diss. Zur Maitrāyaṇīya-Schule des Yajurveda gehört das sehr späte Vārāhagṛhyasūtra (ed. by R. Sama Sastry, Gaekwad’s Oriental Series No. XVIII, Baroda 1921). D. Gaastra, Bijdrage tot de kennis van het vedische ritueel, Jaiminīya-Śrautasūtra, Leiden 1906. Zum Śāṅkhāyana-Śrautasūtra s. auch Keith, JRAS 1907, 410 ff. Sāṃkhyāyanagṛihyasaṃgraha by Pandita Vasudeva ed. by Somanāthopādhyāya, Nyāyopādhyāya and Kāvya-tīrtha, and Kaushītaki-grihyasūtras ed. by Ratna Gopāla Bhaṭṭa, BenSS 1908. Mit dem Lāṭyāyana-Śrautasūtra nahe verwandt ist das Drāhyāyaṇa-Śrautasūtra ed. by J. N. Reuter, Part I, London 1904. Das Vaitānasūtra des Atharvaveda ist neu übersetzt von W. Caland, Amsterdam (Akad.) 1910. Über dieses vgl. auch Caland, WZKM 18, 1904, 185 ff.; Keith, JRAS 1910, 934 ff.; Bloomfield, GGA 1912 Nr. 1. Als ein Anhang zum Vaitānasūtra gilt das von Caland a. a. O. 197 ff. besprochene Prāyaścittasūtra. Die Atharvaprāyaścittāni sind herausgegeben von J. v. Negelein, New Haven 1915.
v3.c24.s1.115
**Zu S. 240 oben.** An die Gṛhyasūtras schließen sich die Texte an, welche über die Totenopfer handeln: The Pitṛmedhasūtras of Baudhāyana, Hiraṇyakeśin, Gautama ed. by W. Caland, AKM X, 3, 1896. Ein wichtiges Pariśiṣṭa zum Gobhila-Gṛhyasūtra ist der Karmapradīpa, dessen erster Teil von F. Schrader (Halle a. S. 1889) und dessen zweiter Teil von A. v. Staël-Holstein (Diss., Halle a. S. 1900) herausgegeben und übersetzt ist. Über das Verhältnis des Karmapradīpa zur verwandten Rituallitteratur s. Hillebrandt, Rituallitteratur, S. 37 f., und Caland, Altindischer Ahnenkult 112 ff. Wichtige Ritualtexte, die besonders auf die Zaubergebräuche, Omina und Portenta u. dgl. viel Licht werfen, sind die Pariśiṣṭas des Atharvaveda (Edited by G. M. Bolling und J. von Negelein, Leipzig 1909--1910). Über die religionsgeschichtliche Bedeutung dieser Pariśiṣṭas s. Negelein in Orientalist. Literaturzeitung 1908, 447 ff., und Winternitz, WZKM 23, 1909, 401 ff. Metrische Untersuchungen über diese Pariśiṣṭas von Keith, JRAS 1912, 757 ff. Über Abwehrzeremonien gegen die bösen Wirkungen übler Vorzeichen handelt der Śāntikalpa des Atharvaveda, herausgegeben von G. M. Bolling, Transactions of the American Philological Association, vol. 35, 1904, 77 ff.; JAOS 33, 1913, 265 ff. Neuere Werke über die Rituallitteratur sind die Dharmanibandhas (oben S. 502 f.) und Ritualwerke, die sich auf sie stützen, wie der Dharmasindhu des Kāśīnātha (transl. and comm. upon by A. Bourquin, JBRAS 15, Nr. 39) und das Brahmakarma (herausgegeben und übersetzt von A. Bourquin, Paris 1884).
v3.c24.s1.116
**Zu S. 241.** Über den Padapāṭha des Śākalya s. B. Liebich, Zur Einführung in die ind. einheimische Sprachwiss. II, S. 20 ff. Über den Padapāṭha der Taittirīya-Saṃhitā s. Weber, Ind. Stud. 13, 1 ff.
v3.c24.s1.117
**Zu S. 242.** Über das Taittirīya-Prātiśākhya und dessen Verhältnis zur Taittirīya-Saṃhitā s. Keith, HOS vol. 18, p. XXXI ff. Es ist sicher älter als Pāṇini. Zur metrischen Gestalt des Rigveda-Prātiśākhya s. Oldenberg, NGGW 1919, 170 ff.
v3.c24.s1.118
**Zu S. 242 A. 3.** Das Vājasaneyi-Prātiśākhya ist herausgegeben, übersetzt und erklärt von A. Weber, Ind. Stud. 4, 65 ff., 177 ff. Ein Anhang zu diesem Prātiśākhya ist das Pratijñāsūtra, herausgegeben und erklärt von Weber, ABA 1871, 69 ff.
v3.c24.s1.119
**Zu S. 243.** Über die Śikṣās s. F. Kielhorn, Ind. Ant. 5, 1876, 141 ff., 193 ff. Eine Sammlung von Śikṣās (Śikṣāsaṃgraha) ist herausgegeben in BenSS 1893; die Nāradīya-Śikṣā in der Zeitschrift Ushā I, 4, Calcutta 1890; die Bhāradvāja-Śikṣā (cum versione latina, excerptis ex commentario etc.) von E. Sieg, Berlin 1892.
v3.c24.s1.120
Eine Anukramaṇī zum Atharvaveda ist (nach der Besprechung von L. D. Barnett, JRAS 1921, 478 f.) die Atharvavedīyapañcapaṭalikā, ed. by Bhagwaddatta, Lahore 1920. Das sogenannte Ārṣeya-Brāhmaṇa des Sāmaveda (ed. by A. C. Burnell, Mangalore 1876) ist in Wirklichkeit eine Anukramaṇī.
v3.c24.s1.121
Zu den Vedāṅgas des Sāmaveda gehören mehrere wichtige Werke. Der Ārṣeyakalpa, auch Maśakakalpasūtra genannt, herausgegeben von W. Caland, AKM XII, 3, Leipzig 1908, lehrt, welche Singweisen zu den verschiedenen Strophen bei den Somafeiern zu singen sind. Er schließt sich eng an das Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa an und ist älter als das Lāṭyāyana-Śrautasūtra. Er ist auch älter als das Nidānasūtra, das metrische und andere Untersuchungen über die verschiedenen Teile des Sāmaveda enthält, für die Grammatik von Wichtigkeit ist und von manchen alten Lehrern dem Patañjali zugeschrieben wird (s. Caland, Ārṣeyakalpa, S. XVII ff.). Eine Art Prātiśākhya zum Uttaragāna ist das Puṣpasūtra (mit Einleitung und Übersetzung herausgegeben von R. Simon, ABayA 1909, S. 481—780). Über das Verhältnis zwischen Puṣpasūtra, Ārṣeyakalpa und Uttaragāna s. Simon a. a. O. 499 ff.; ZDMG 63, 1909, 730 ff., und Caland, ZDMG 64, 1910, 347 f. Ein zum Sāmaveda gehöriges Sūtra, das sich mit der Vortragsweise der Lieder beim Opfer beschäftigt, ist auch das Pañcavidhasūtra (herausgegeben und übersetzt von R. Simon, Breslau 1913, Indische Forschungen, Nr. 5).
v3.c24.s1.122
**Zu S. 244 A. 1.** Die Bṛhaddevatā ist jetzt kritisch herausgegeben und übersetzt von A. A. Macdonell, HOS, vols. 5 und 6, 1904. Die Bṛhaddevatā stammt nicht von Śaunaka selbst, sondern aus seiner Schule. Die Versmaße, sowohl Śloka als auch Triṣṭubh, der Bṛhaddevatā stehen zeitlich in der Mitte zwischen epischer und vedischer Metrik; s. Keith, JRAS 1906, p. 1 ff.; 1912, p. 769 ff. Die Sagenstoffe, welche die Bṛhaddevatā mit dem Mahābhārata gemein hat, zeigen im Epos eine jüngere Form; s. Winternitz, WZKM 20, 1906, S. 1 ff. Über die Bṛhaddevatā s. auch A. Kuhn, Ind. Stud. 1, 101 ff., und Liebich, Zur Einführung in die indische einh. Sprachwiss. II, 30 ff.
v3.c24.s1.123
**Zu S. 246 ff.** Trotzdem fast zwanzig Jahre vergangen sind, seitdem dieses Kapitel geschrieben worden ist, sind bis heute keine neuen Tatsachen entdeckt worden, die es nötig machen würden, unsere Anschauungen über das Alter des Veda zu ändern. Die im Jahre 1907 von Hugo Winckler in Boghazköi in Kleinasien gemachten Entdeckungen haben zwar Anlaß zur neuerlichen Erörterung der Frage gegeben; aber zu irgendwelchen sicheren Ergebnissen haben diese nicht geführt. Unter den in Boghazköi gefundenen Tontafeln aus den Archiven der Hauptstadt des alten Hettiterreiches fand man nämlich auch Urkunden über Verträge des Hettiterkönigs (im 14. Jahrhundert) mit dem König von Mitani, und als Schützer dieser Verträge werden neben babylonischen und einheimischen Gottheiten auch die Götter Mitra, Varuṇa, Indra und Nāsatyau angerufen. Ed. Meyer wollte diese Namen der arischen Periode zuschreiben, d. h. der Zeit, wo Iranier und Inder noch ein in Sprache und Religion ungeteiltes Volk bildeten. Oldenberg und Keith sehen in ihnen altiranische Götter eines den vedischen Indern verwandten iranischen Volkes. Tatsächlich kennen wir aber diese Götternamen nur als vedische, und wir haben keine Berechtigung, in ihnen etwas anderes zu sehen als vedische Götter. Wir müssen also annehmen, daß arische Inder — vielleicht nur eine kleine Kriegerschar — um 1400 v. Chr. weit nach dem Westen verschlagen waren. Doch beweist diese ganze Entdeckung für das Alter des Veda nicht viel. Denn wenn auch im 14. oder 15. Jahrhundert einige Götter, die wir aus dem Veda kennen, in Mitani angerufen wurden, so ist es zwar wahrscheinlich genug, daß es damals im nordwestlichen Indien auch schon Hymnen an diese Götter gegeben hat; aber darüber, wie weit diese Hymnendichtung zurückreicht, läßt sich aus den Götternamen von Boghazköi nichts schließen.
v3.c24.s1.124
Wichtiger wäre es, wenn Ed. Meyer damit recht hätte, daß im 14. Jahrhundert v. Chr. Inder und Iranier noch ein Volk waren, und daß Zarathuštıa um 1000 v. Chr. die Differenzierung in zwei Völkerzweige mit veranlaßt habe. Denn dann könnte der Veda nicht viel älter sein. Denn der Rigveda ist sicher nicht mehr »arisch«, sondern indisch. Aber Ed. Meyer hat schwerlich recht, und so lange die Frage nach dem Alter der indo-iranischen Völkergemeinschaft und der Zeit der Trennung in einen iranischen und einen indischen Zweig selbst davon abhängig ist, wie die Frage nach dem Alter des Veda beantwortet wird, und so lange die Frage nach der historischen Stellung des Zarathuštıa in seinem Verhältnis zur alten iranischen und zur vedischen Religion sich nicht mit Sicherheit beantworten läßt, können wir auch von dieser Seite kein Licht zur Lösung unserer Frage erwarten.
v3.c24.s1.125
Es bleibt also nach wie vor nichts übrig, als aus der relativen Chronologie der vedischen Litteraturgeschichte selbst Rückschlüsse zu ziehen. Und da ist es von Wichtigkeit, daß die Rigveda-Saṃhitā selbst, so wie sie uns vorliegt, eine sehr lange Vorgeschichte voraussetzt. M. Bloomfield hat durch seinen großartigen Index der vedischen Verse und Verszeilen (The Vedic Concordance, HOS vol. X, 1906) und die im Anschluß an diesen gemachten Untersuchungen (JAOS 29, 1908, 287 f.; 31, 1910, 49 ff.; Rig-veda Repetitions, HOS vols. 20 und 24, 1916) gezeigt, daß von den 40 000 Zeilen des Rigveda gegen 5000 Zeilen Wiederholungen sind. Daraus folgt, daß zur Zeit der Rigveda-Dichtung selbst bereits eine große Anzahl herrenloser Verse existierte, die jeder Sänger sich für berechtigt hielt in sein Lied aufzunehmen, und daß die Sammlung der Hymnen des Rigveda nur der letzte Niederschlag einer sehr, sehr lange vorausgehenden litterarischen Tätigkeit ist.
v3.c24.s1.126
Litteratur über die Frage nach dem Alter des Veda: Ed. Meyer, SBA 1908, I, S. 14 ff.; Zeitschrift für vergleichende Sprachwissenschaft, 42, 1909, S. 1 ff.; Geschichte des Altertums, 2. Aufl. I, 2 (1909), §§ 551 und 574; Jacobi, JRAS 1909, 721 ff.; 1910, 456 ff.; Internat. Wochenschrift 5, 1911, 387; A. B. Keith, JRAS 1909, 1100 ff.; 1910, 464 ff.; Bhandarkar Com. Vol. p. 81 ff. und HOS vol. 18 Introduction (wo die ganze Entwicklung der vedischen Litteratur zwischen 1200 und 350 v. Chr. eingezwängt wird, s. besonders p. CLXV f.); A. A. Macdonell in Macdonell and Keith, Vedic Index, 1912, I, p. VIII f., und ERE VII, 1914, p. 49 ff.; Oldenberg, JRAS 1909, 1095 ff.; 1910, 846 ff.; NGGW, Geschäftl. Mitt. 1918, S. 91; A. H. Sayce, JRAS 1909, 1106 ff.; La Vallée Poussin, Le Védisme, 3ème éd., Paris 1909, p. 29 f.; Winternitz, Österr. Monatsschrift für den Orient 41, 1915, S. 168 ff.; B. V. Kamesvara, Proceedings and Transactions of the First Oriental Conference, Poona 1920, I, p. 1 ff.; von älterer Litteratur noch: Bhandarkar, Report 1883/84, p. 39; Weber SBA 1894, 775 ff.; Barth, JA 1894, s. 9, t. III, 156 ff.; Œuvres II, 248 ff.
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