Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c11.s2.t3.4
Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c11.s2.t3.4
- Language
- German
c11.s2.t3.4
Auf einen kleinen Tisch in der Tempelhalle wird dann das Svastika-Zeichen (s. S. 383) mit Reis aufgetragen; auf den Svastika werden Früchte, auf den Halbmond Süßigkeiten (Naivedya) gelegt. Darauf nimmt der Pûjârî die Zipfel seines Obergewandes (das in ähnlicher Weise getragen wird wie die heilige Schnur des Brahmanen) zwischen die Hände, fegt damit den Boden und spricht einen Mantra. Dann führt er die „Verneigung der fünf Glieder“ (Pancângapranâma) aus, indem er mit den beiden Knien, den beiden Handflächen und der Stirn den Boden berührt. Dreimal umwandelt er darauf das Idol und setzt sich in der Yogamudrâsana-Positur vor ihm nieder. Nachdem er den Tîrthankara dann durch einen Spruch darum gebeten hat, das Caityavandana genannte Gebet sprechen zu dürfen und sich an Stelle des Heiligen mit einem „iccham“ die Erlaubnis dazu erteilt hat, singt er diese Hymne, in welcher der Tîrthankara (z. B. Shântinâtha) um Segen angefleht wird. Er stimmt dann noch eine Reihe von anderen Lobgesängen und Mantras an, indem er seine Körperhaltung je nach der Vorschrift wechselt. Am Schluß des Gottesdienstes läutet er die „Siegesglocke“ (Jayaghantâ) und verläßt das Heiligtum mit dem Worte „âvissahi“, welches seine Rückkehr in die Welt kennzeichnet.