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Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c7.s5.t4.5

Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c7.s5.t4.5

Language
German

c7.s5.t4.5

Bei den Digambaras vollzogen sich ebenfalls bedeutende Umwälzungen. Die alte, harte Disziplin des nackten Asketentums hatte bereits in den letzten Jahrhunderten des 1. Jahrtausends n. Chr. manche Lockerung erfahren, wie aus den beweglichen Klagen von Schriftstellern jener Zeit hervorgeht. Die mohammedanische Herrschaft machte den Mönchen das Nacktgehen unmöglich, da die Muselmanen die unbekleideten Yatis verfolgten. Es kam daher vielfach der Brauch auf, daß die Munis sich in der Öffentlichkeit umhüllten. Diese Übung soll in Vasantakìrti (um 1200) ihren Wortführer gefunden haben; die Digambaras, die ihm folgten, wurden später Vishva- (Visa- oder Bisa-) panthìs genannt, die Anhänger des „universalen“ d. h. allgemein-zugänglichen, leichten Pfades. Gegen diese Praxis opponierten die Freunde der älteren, strengeren Anschauungen. Ihren Hauptvertreter fanden diese später in dem Pandit Banârsidâs, der um 1626 in Âgrâ die Sekte der Terâpanthìs gründete⁶⁰.