Die Religion des Veda c6.s1.2
Die Religion des Veda c6.s1.2
- Language
- German
c6.s1.2
Man könnte an den Versuch denken, diese so verschieden gearteten übermenschlichen oder wenigstens außermenschlichen Wesen samt den Formen des auf sie gerichteten menschlichen Handelns in einer Ordnung zu überblicken, die dem Gang der vom Niederen aufsteigenden geschichtlichen Entwicklung entspräche. Vielleicht mag es einmal möglich werden, eine Annäherung an dies Ideal der Darstellung ins Auge zu fassen. Für jetzt glaube ich nicht, daß die Zeit dafür gekommen ist. Fangen die Hauptrichtungen jener Entwicklung auch an, sich der Religionswissenschaft mit erfreulich zunehmender Sicherheit abzuzeichnen, so sind doch die hier erkennbaren Linien immer noch allzu unbestimmt, als daß man die Gesamtheit des Stoffes nach ihnen zu ordnen unternehmen dürfte. Das gegenwärtig Erforderte — man mag es als Vorarbeit für jene tiefer dringende Aufgabe ansehen — wird sein, das Bild so zu zeichnen, wie es sich innerhalb des Gesichtsfeldes der vedischen Zeit aufbaut: genauer, entsprechend der Beschaffenheit unserer Quellen, innerhalb des Gesichtsfeldes vor allem der priesterlichen Kreise jenes Zeitalters. Doch versteht sich von selbst, daß auch eine im ganzen in diesem Sinn angeordnete Darstellung an vielen Stellen nicht ohne Gewaltsamkeit darüber hinwegsehen kann, wie hier Älteres und Jüngeres innerhalb der vedischen und sodann innerhalb einer über diese weit zurückreichenden Entwicklung nebeneinander liegt.