Die Religion des Veda c6.s1.30
Die Religion des Veda c6.s1.30
- Language
- German
c6.s1.30
¹ Genauer wird der Vorgang etwa folgendermaßen beschrieben werden können. Daß die ältere Zeit, welche die Tat des Gottes noch vom Gewitter verstand, immer nur wie der Ṛgveda allein von Bergen und von Wassern oder Flüssen, die der Gott eröffnete resp. befreite, und nie direkt von Wolken, Regen gesprochen haben sollte, ist undenkbar. Beide Ausdrucksweisen also liefen nebeneinander her, die eigentliche und die metaphorische, welche letztere übrigens schließlich mit dem Glauben an die substantielle Identität von Bergen und Wolken (vgl. Pischel, Ved. Stud. I, 174) und von himmlischen und irdischen Wassern zusammenhing. Nun regte weiter der metaphorische Ausdruck (Berg, Fluß) eine neue Vorstellungsreihe an: Entspringen der Flüsse aus dem Gebirge. Bei der eben schon berührten, für jenes Zeitalter ganz anders als für uns lebendigen Identität der himmlischen und irdischen Wasser (man denke etwa an die Identität des Feuers in seinen verschiedenen Erscheinungsformen: s. den Abschnitt über Agni) hatte es etwas unmittelbar Einleuchtendes, daß die letzteren durch denselben Gott und dieselbe Tat befreit sein mußten wie die ersteren. Indem dann für die im stromdurchflossenen Land wandernden Stämme sich an die Ströme besonderes Interesse knüpfte, erhielt sich diese Vorstellungsreihe allein; man hörte nun auf von Wolken und Regengüssen zu sprechen und sprach allein von Bergen und von Wassern oder Flüssen.
Cites (1)
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit