Die Religion des Veda c7.s3.3
Die Religion des Veda c7.s3.3
- Language
- German
c7.s3.3
uns“ (Ṛv. IX, 114, 3): ein gänzlich unverdächtiges Zeugnis; daß ein späterer Autor den Vers in Taitt. Ār. I, 7 in wertlose Umgebung gesetzt hat, kann nicht gegen ihn selbst geltend gemacht werden. Um die Ādityas zu fesseln, schlägt man sieben Pflöcke ein (Taitt. Saṃh. II, 3, 1, 5; Kaṭh. XI, 6; Maitr. S. II, 2, 1): ein um so bezeichnenderer Ritus, als die Brāhmaṇatexte im ganzen vom Glauben an die Zwölfzahl der Ādityas (s. sogleich) beherrscht werden: hier wird denn bemerkt, die Ādityas seien „dreimal je sieben“ (s. auch Pañc. Br. XXIII, 15, 3). — Ṛv. X, 72, 8. 9 ist von einem achten Kind der Aditi die Rede, dem „aus dem toten Ei entsprossenen“ (mārtāṇḍa): dies wurde von der Mutter verworfen, während sie „mit den sieben zu den Göttern hinging“. Was auch der Sinn der Vorstellung von dem achten Kind sein mag (vgl. meine Note zu der Stelle), auch hier bestätigt sich, daß die Zahl der lebendig wirkenden, göttlichen Aditikinder sieben ist. Das Śatapatha Br. (III, 1, 3, 3) sagt bei Besprechung des betreffenden Ṛgverses ganz richtig: „Acht fürwahr sind die Söhne der Aditi“ (dies in Anlehnung an jenen Vers); „was man aber die Ādityagötter nennt, die sind sieben“. — Spielt jene Achtzahl mit, wenn in Taitt. Br. I, 1, 9 (vgl. Ath. V. VIII, 9, 21) viermal zwei Ādityas mit Namen aufgezählt werden? Taitt. Ār. I, 13, 3 wird diese Aufzählung in der Tat ausdrücklich mit dem Ṛgvers in Verbindung gebracht. Daß unter den acht Göttern Indra und Vivasvant erscheinen, ist für den geringen Wert der Liste bezeichnend. Eine Variante liegt Taitt. Saṃh. VI, 5, 6, 1. 2 vor mit 4 + 1 Ādityas (auch hier Vivasvant). — Daß in den jüngeren vedischen Texten die Zahl der Ād. auf zwölf angegeben zu werden pflegt, beruht offenbar auf dem bekannten dreigliedrigen, nach der Silbenzahl der Hauptmetra sich richtenden Schema: es gibt 8 Vasus, 11 Rudras, 12 Ādityas, deutlichermaßen jüngere Zurechtrückung. Die aus diesen Materialien sich als die authentische hervorhebende Siebenzahl scheint mir dann weiter durch das Awesta bestätigt zu werden; s. unten. — Anders beurteilt die ganze Frage Hillebrandt, V. M. III, 97 ff. Wenn dieser sagt (S. 103): „Warum dann aber nicht fünf wie VIII, 18, 3 oder sechs wie II, 27, 1“ usw., so antworte ich, daß diese Stellen fünf bzw. sechs Namen nennen ohne jedes Anzeichen, daß sie die Ādityas vollständig aufzuzählen beabsichtigen. Wenn dagegen IX, 114, 3 festgestellt wird, die Ād. seien sieben, so ist das doch ein Zeugnis von anderem Range.
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