Die Religion des Veda c8.s7.40
Die Religion des Veda c8.s7.40
- Language
- German
c8.s7.40
² Das Wasser, das diese Potenzen in sich aufgenommen hat, erhält dadurch seinerseits besondere Zauberkraft. In bezug auf das Opferbad des großen Roßopfers heißt es: „Wenn der Opferer herausgestiegen ist steigen Übeltäter hinein, die vorher keine weiteren Observanzen zu üben brauchen. Die heißen durch das Roßopfer gereinigt.“ Katyayana XX, 8, 17. 18. — Zur Zeremonie dieses Opferbades gehörte es, wie hier noch erwähnt sei, daß ein verkrüppelter, kahlköpfiger, gelbäugiger Mensch (nach einigen Texten aus der Familie des Atri) ins Wasser geführt wurde, bis dieses ihm in den Mund lief; dann wurden auf sein Haupt Spenden „der Embryotötung“ u. a. m. geopfert; man ließ ihn los und jagte ihn fort (Śāṅkh. XVI, 18, 18 f.; weiteres bei Hillebrandt V. M. III, 31 f.; siehe auch Śat. Br. XIII, 3, 6, 5 und andere Texte mehr). Er wird für eine Verkörperung des Varuṇa erklärt, wofür auch T. Ār. I, 2, 3 spräche. Ich zweifle doch, ob mit Recht; hätte man den Gott so respektlos weggetrieben? Auf wessen Haupt man eine Spende „der Embryotötung“ opfert, der wird eben diese schwerste Sünde und vielleicht überhaupt schwerste Sünden darstellen. Das Fortjagen des Mannes bedeutet deren Entfernung. Nicht überzeugend Weber, ZDMG. XVIII, 268: der eigentliche Sinn der Zeremonie liege in einem Menschenopfer, und es sei der Tod des (in der Tat gar nicht sterbenden) mißgestalten Atriden, auf dem die Sühnkraft des Roßopfer-Avabhṛtha beruhe.
Linked texts (4)
- Kātyāyanaśrautasūtra — Kātyāyana (Vājasaneyi sūtrakāra), Sanskrit
- Śāṅkhāyanaśrautasūtra — Śāṅkhāyana, Sanskrit
- Taittirīyāraṇyaka — Sanskrit
- Śatapathabrāhmaṇa — Yājñavalkya & Śāṇḍilya (Vedic teacher), Sanskrit