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Die Religion des Veda c9.s2.69.2

Die Religion des Veda c9.s2.69.2

Language
German

c9.s2.69.2

Hier sind Gespenster, die für Sünden ihres Erdenlebens bestraft werden, beliebt als warnende Beispiele und zugleich als Antrieb zur Freigebigkeit gegen fromme Mönche; denn durch Gaben, die man den Verstorbenen zu Ehren spendet, kann man deren Leiden im Jenseits lindern. Lassen wir diese Pointe beiseite, so gibt der buddhistische Gespensterglaube wahrscheinlich ein im wesentlichen treues Bild des unserer direkten Kunde nahezu entzogenen vedischen; viel von Neubildungen hier zu vermuten ist kein Anlaß¹). Es wird daher gerechtfertigt sein, einen Blick auf die buddhistischen Vorstellungen von den Gespenstern zu werfen. Daß die von den Buddhisten selbst keineswegs nur als poetisch-erbauliche Staffage, sondern durchaus ernst genommen wurden, zeigt sich darin, daß das Gemeinderecht in seinem unwandelbar nüchternen Ton z. B. beim Verbot geschlechtlicher Sünden auch den Fall bespricht, daß ein Mönch mit einem weiblichen Gespenst Umgang hat, beim Verbot des Diebstahls den Fall, daß ein Mönch sich die einem Gespenst gehörige Sache aneignet: diese wurde wie die einem Tier gehörige als herrenlos betrachtet²). In den Erzählungen finden sich die Gespenster besonders häufig an einsamen Orten, wo der Wanderer sie trifft, der in die Stille zurückgezogene Mönch von ihnen angesprochen wird. Der König von Surāṣṭra, von der Hauptstadt der Maurya in sein Land zurückkehrend, kommt um die Mittagszeit zu einem Pfad, der im Sumpf verläuft;