Pramāṇa · Search · About · API

Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.s9.3

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.s9.3

Language
German

c32.s9.3

In den medicinischen Saṃhitās selbst wird der AV. öfter erwähnt. So bezeichnet Su. 1, 1 die Heilkunde als einen Anhang (*upāṅga*) zum AV., wie sie sonst auch ein *upaveda* genannt wird⁷. Der Hinweis auf die 101 Todesarten der Atharvans Su. 1, 34, 4 scheint ein directes Citat aus AV. 8, 2, 27 zu sein⁸. Nach C. 4, 8, 42 muss ein mit dem AV. vertrauter (*atharvavidavid*) Brahmane in dem Hause der Wöchnerin (*sūtikāgṛha*) dämonische Einwirkungen durch *śānti* abwehren. Bezeichnend ist C. 4, 8, 26, wo bei einer Totgeburt entweder ärztliche Behandlung oder Besprechung und sonstige im AV. angeordnete Methoden empfohlen werden. A. 4, 5, 83 verordnet gegen Schwindsucht am Schluss einer längeren Aufzählung von Mitteln auch *atharvoktam* d. h. Opfer u. dgl. (Ar.). Die Zaubersprüche der Atharvans kommen aber auch als gefürchtete Krankheitserreger vor, so Su. 1, 24, 2; A. 6, 39, 53. Man muss also wohl annehmen, dass schon lange vor der Abfassung der medicinischen Saṃhitās sich ein Gegensatz zwischen den veda- und zauberkundigen Brahmanen und der auch bei Manu auftretenden Kaste der Ärzte (*vaidya, bhiṣaj, cikitsaka, Ambaṣṭha*) ausgebildet hatte.

Linked texts (5)