Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c33.s7.3
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c33.s7.3
- Language
- German
c33.s7.3
§ 30. Blutentziehung. — Das mildeste Mittel zur Blutentziehung (*śoṇitāvasecana*, *śoṇitamokṣaṇa*) ist die Anwendung von Blutegeln (*jalaukas*), die sich daher besonders für Fürsten, reiche Leute, Kinder, Greise, schwache, furchtsame und zarte Personen und Frauen eignen. Unter Vermeidung der giftigen Sorten, deren Bisse Geschwulst, starkes Jucken, Fieber, Delirium und andere schlimme Symptome hervorrufen, wende man nur die 6 ungiftigen Sorten an. Man muss die Blutegel in einem grossen, neuen, mit Schlamm und Wasser aus einem Teich gefüllten Topf halten und ihnen alle drei Tage frisches Wasser und Futter, auch öfter einen anderen Topf geben. Die betreffende Hautstelle des Patienten wird mit einem Pulver von Erde und trockenem Kuhmist trocken gerieben und dann der Blutegel angesetzt, nachdem man ihm (um ihn zu reizen) den Körper mit Senfteig bestrichen und ihn in Wasser gelegt hat. Wenn er nicht anbeisst, bringe man einen Tropfen Milch oder Blut auf die Stelle oder mache kleine Einschnitte. Wenn der Blutegel aus Gier nicht loslässt, muss man ihm Honig oder pulverisirtes Salz in den Mund streichen. Um die Blutegel zu weiterem Gebrauch tauglich zu machen, lasse man sie das eingesogene Blut wieder von sich geben. Wenn das Blut noch nicht gereinigt ist, bringe man die gebissenen Stellen durch Einreibung mit Honig und Sirup zum Bluten. Wenn (genug) Blut geflossen ist, wasche man sofort die Wunde mit kaltem Wasser aus und bedecke sie mit eingefetteter Baumwolle; ferner mache man zusammenziehende, süsse und kalte Breiumschläge. Wenn das schlechte Blut fort ist, wird die Geschwulst weich, das Brennen, die Röte und die Schmerzen vergehen (Su. 1, 13; S. 1, 35; A. 1, 26).
Linked texts (2)
- Suśrutasaṃhitā — Suśruta & Nāgārjuna (siddha/alchemist), Sanskrit
- Aṣṭāṅgahṛdayasaṃhitā — Vāgbhaṭa, Sanskrit