Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c7.s1.t4: 2. Kapitel. Die Erde
Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c7.s1.t4
- Language
- German
2. Kapitel. Die Erde
c7.s1.t4.1
Mehrere von den Namen für die Erde: pṛthivī (die Breite), urvī (die Weite), mahī (die Grosse), apārā (die Unbegrenzte), bhūmi oder bhūmī (Erde, Erdboden), kṣā (Erde als Wohnsitz der Menschen), gmā (Erde, Erdboden) oder Zusammensetzungen mit diesen Ausdrücken, weisen darauf hin, dass man sich die Erde in vedischer Zeit als eine ausgedehnte Ebene vorstellte. Auch mit „ayaṃ lokaḥ“ (diese irdische Welt) wird die Erde bezeichnet im Gegensatz zu „asau lokaḥ“ (jene, d. i. die himmlische Welt).
c7.s1.t4.2
Dass man sich aber bereits in vedischer Zeit die Erde als eine begrenzte Fläche d. i. eine Scheibe dachte, lässt sich aus einigen Stellen der vedischen Literatur noch deutlich erkennen. Rgv. X. 58. 3 wird die Erde „viereckig“ (... bhūmiṃ cáturbhṛṣṭim ...) genannt. Mag hier auch auf die so oft genannten vier Weltgegenden angespielt werden, so zeigt die Stelle doch, dass die Erde als eine nach den Himmelsrichtungen orientierte einheitliche Fläche vorgestellt wurde. Vielleicht wird erst Śatapathabr. VI. 7. 1. 26 und VII. 1. 1. 37 die Erde als „runde Scheibe“ bezeichnet (parimaṇḍalá u vā ’ayaṃ lokáḥ). Deutlicher geht dies noch hervor aus mehreren Stellen der Brāhmaṇa-Literatur, die über das Verhältnis der Erde zum Ozean handeln. Die Annahme ist hier, dass die Erde auf dem Ozean ruht und von diesem umströmt wird.
c7.s1.t4.3
Aitareyabr. VIII. 25. 1: „Dieser Agni Vaiśvānara, der der Opferpriester ist, besitzt die fünf Wurfgeschosse, mit denselben umgibt er den König wie der Ozean die Erde“ (agnir vā eṣa vaiśvānaraḥ pañcamenir yat purohitas, tābhī rājānaṃ parigṛhya tiṣṭhati samudra iva bhūmim). Śatapathabr. VII. 1. 1. 13: „. . . mit dem Ozean, mit dem er diese [d. i. die Erde] nach allen Seiten umgibt (... samudréṇa hainam tat páritanoti . . .). Śatapathabr. VII. 4. 1. 9: „Der Wasser Rücken bist du, die Geburtsstätte Agni’s, denn diese Erde ist in der Tat der Rücken der Wasser und die Geburtsstätte Agni’s, und der rings schwellende Ozean, denn der Ozean schwillt in der Tat rings um die Erde“ (apám pṛṣṭhám asi, yónir agner íti, apām hìyám pṛṣṭhám, yónir hìyám agnéḥ, samudráṃ abhítaḥ pínvamānam íti, samudro hìmāṃ abhítaḥ pínvate). Śatapathabr. XII. 9. 2. 8: „Diese irdische Welt ist höher als das Wasser, auf dieser Welt hat er sich also niedergelassen“ (ayaṃ vaí lokò ’dbhya úttaro, ’smínn evá loke prátitiṣṭhati). Śatapathabr. II. 1. 1. 8: „Diese Erde schwankte wie ein Lotusblatt [auf dem Wasser], denn der Wind stiess dieselbe hierhin und dorthin“ (sá heyáṃ pṛthivy àlelāyad yáthā puṣkaraparṇám evaṃ tāṃ ha sma vátaḥ sámvahati . . .). Śatapathabr. VII. 4. 1. 8: „Der Lotus bedeutet die Wasser und die Erde ist ein Blatt darauf, denn wie das Lotusblatt auf dem Wasser ausgebreitet liegt, so liegt die Erde auf dem Wasser ausgebreitet“ (ápo vai púskaraṃ tásām iyáṃ parṇam, yáthā ha vá 'idáṃ puṣkara-parṇám apsv àdhyáhitam, evám iyám apsv àdhyáhitā).
c7.s1.t4.4
Die Erde ist feststehend. Bezeichnen die beiden letzten Stellen die Erde in ihrem Vergleich mit einem Lotus gewissermassen als schwankend und der Willkür des Ozeans preisgegeben, so gilt sie nach anderen Stellen als feststehend, mit Gebirgen und Flüssen festgestellt.
c7.s1.t4.5
Rgv. VII. 99. 3 (Vājasaneyi-Saṃh. V. 16; Taittirīya-Saṃh. I. 2. 13. 2; Maitrāyaṇi-Saṃh. I. 2. 9; Kāṭhaka-Saṃh. II. 10; Śatapathabr. III. 5. 3. 14; Taittirīya-Ār. I. 8. 3): „... hast du auseinander gestützt die beiden Welthälften, o Viṣṇu, hältst ringsum die Erde mit Pflöcken umfasst“ (vy àstabhnā ródasī viṣṇav eté dadhártha pṛthivím abhíto mayúkhaiḥ). Rgv. X. 121. 5 (Vājasaneyi-Saṃh. XXXII. 6; Taittirīya-Saṃh. IV. I. 8. 5; Maitrāyaṇi-Saṃh. II. 13. 23; Kāṭhaka-Saṃh. XL. 1): „... durch den gewaltig der Himmel und fest diese Erde ...“ (yéna dyaúr ugrá pṛthiví ca dṛḷhá ...). Śatapathabr. XI. 8. 1. 2: „Mittelst der Gebirge und Flüsse stellte er diese [Erde] fest“ (sá ebhís caiva párvatair nadíbhiś cemáṃ adṛmhad ...).
c7.s1.t4.6
Die Erde ist der Bodenteil der Welt. In Bezug auf den Kosmos gilt die Erde als der Bodenteil der Welt, von den Vasu ist sie gestaltet und mit der Sonne ausgemessen worden.
c7.s1.t4.7
Rgv. V. 85. 5: „... wie mit einem Massstab stehend im Luftkreis hat er ausgemessen die Erde mit der Sonne“ (máneneva tasthiván antárikṣe ví yó mamé pṛthivím súryeṇa). Śatapathabr. VI. 5. 2. 3: „... denn der Boden ist diese irdische Welt und diese ist von den Vasu mit Hilfe des Gāyatrī-Metrums gestaltet worden“ (... ayáṃ haiṣá lokó nidhis tám etad vásavo gāyatréṇa chándasākurvāṃs ...).
c7.s1.t4.8
Die Erde ist das Mass für die Luftraum- und die Himmelswelt. Śatapathabr. VIII. 3. 3. 5: „Das Mass fürwahr ist diese [irdische] Welt, denn diese Welt wurde, sobald sie entstanden war, gemessen, das Vormass fürwahr ist die Luftraumwelt, denn die Luftraumwelt, sobald sie entstanden war, von dieser Welt vorwärts gemessen ..., das Gegenmass fürwahr ist jene Welt, denn jene Welt wurde, sobald sie entstanden war, an der Luftraumwelt gegengemessen“ (ayáṃ vaí loko māyáṃ hí lokó mitá iva ... antaríkṣaloko vaí pramàntarikṣaloko hy àsmál lokát prámita iva ... asau vaí lokáḥ pratimáiṣa hy àntarikṣaloke prátimita iva ...).
c7.s1.t4.9
Die Einteilung der Erde in vier Quadranten. Die Anfänge für eine Einteilung der Erdscheibe nach den vier Hauptrichtungen gehen zweifellos bis in frühe Zeit zurück, und einige Stellen des Ṛgveda scheinen bereits die Vorstellung von vier Weltquadranten zu enthalten. Am deutlichsten findet sich dieselbe wohl ausgedrückt Rgv. X. 19. 3 (Taittirīya Saṃh. III. 3. 10. 1): „O Nivartana, bring sie her; o Nivartana mach sie einkehren, vier Weltgegenden hat die Erde, von diesen her mach sie einkehren“ (á nivartana vartaya ní nivartana vartaya, bhúmyāś cátasraḥ pradíśas tábhya eṇá ní vartaya). Wahrscheinlich dürfen aber auch folgende Stellen mit dieser Vorstellung in Verbindung gebracht werden:
c7.s1.t4.10
Rgv. I. 164. 42: „Von ihr herab strömen Meere aus, davon leben die vier Weltgegenden, von daher fliesst das Unvergängliche, von dem lebt das All“ (tásyāḥ samudrá ádhi ví kṣaranti téna jīvanti pradíśaś cátasraḥ, tátaḥ kṣaraty akṣáraṃ tád víśvam úpa jīvati). VII. 35. 8 (Atharvav. XIX. 10. 8): „Zum Heile gehe uns die weitschauende Sonne auf, zum Heile seien uns die vier Weltgegenden, zum Heile seien uns die festen Berge, zum Heile uns die Flüsse, zum Heile uns die Wasser“ (śáṃ naḥ súrya urucákṣā úd etu śáṃ naś cátasraḥ pradíśo bhavantu, śáṃ naḥ párvatā dhruvā́yo bhavantu śáṃ naḥ síndhavaḥ śáṃ u santy ā́paḥ). X. 51. 9: „Dein sollen die prayāja sein, die anuyāja allein von allen, dein sollen die kraftreichen Anteile am havis sein; dein soll, Agni, dies ganze Opfer sein; dir sollen die Weltgegenden sich neigen“ (táva prayájā anuyájāś ca kévala úrjasvanto havísah santu bhāgáh, távāgne yajñò 'yám astu sárvas túbhyam namantām pradíśaś cátasrah). X. 128. 1 (Atharvav. V. 3. 1 und sonst noch häufig in der vedischen Literatur): „Mein, Agni, sei Herrlichkeit in den Schlachten, dich entflammend mögen unseren Leib nähren, mir sollen die vier Weltgegenden sich beugen, mit dir als Behüter mögen in den Schlachten wir siegen“ (mámāgne várco vihavéṣv astu vayám tvéndhānās tanvàm puṣema, máhyam namantām pradíśaś tváyādhyakṣeṇa pŕtanā jayema). X. 58. 4: „Deinen Geist, der zu den vier Enden der Welt weit hinweg gegangen, den machen wir zurückkehren zu dir, dass hier du wohnest, hier du lebest“ (yát te cátasraḥ pradíśo máno jagáma dūrakám, tát ta ā vartayāma-sīhá kṣáyāya jīváse).
c7.s1.t4.11
Die Erde hat einen äussigen Rücken und trägt die Last der Gebirge. Rgv. X. 75. 2: „Ausgefurcht nach vorwärts hat Varuṇa deine Wege, o Sindhu, . . . auf der Erde äussigem Rücken gehst du hin . . .“ (prá te 'radad váruṇo yátave patháḥ síndho . . . bhūmyā ádhi pravátā yāsi sánunā . . .). In dem Hymnus Rgv. I. 35, der das Weltbild des Hiraṇyastūpa Āṅgirasa enthält, heisst es Vers 8 (Vājasaneyi-Saṃh. XXXIV. 24): „Über die acht Spitzen [d. i. Gipfel] der Erde hat er geschaut . . .“ (aṣṭaú vy àkhyat kakúbhaḥ pṛthivyás . . .) und VIII. 96. 2 (Maitrāyaṇi-Saṃh. III. 8. 3; Kāṭhaka-Saṃh. IX. 19): „Hindurch schoss der Schütze, obwohl bedrängt durch die dreimal zusammengedrängten Rücken der Berge“ (átividdhā vithuréṇa cid ástrā triḥ saptá sánu sáṃhitā girīṇám).
c7.s1.t4.12
Von eigentlichen Gebirgen wird in den Veden selbst nur der Himavat¹) mehrmals erwähnt. Genannt wird ferner der Berg Trikakud²) oder Trikakubh³) (der moderne Trikota im Himālaya) und ein nicht näher zu bestimmendes Gebirge „Manor avasarpaṇam“⁴), an dem Manu’s Schiff gelandet und woher er seinen Namen erhalten haben soll. Das Taittirīya-Āraṇyaka erwähnt ausser dem mythischen Mahāmeru⁵), den den gewaltigen zentralen Weltberg der jüngeren Kosmographie bezeichnet, den Krauñca⁶) und den Maināka⁷) (einen Berg im Himālaya), und Yāska⁷) leitet den Namen des in der vedischen Literatur wiederholt erwähnten Volkes der Mūjavat⁸) von einem gleichnamigen Berge ab und hält diesen für identisch mit dem aus den Purāṇa bekannten Berg Muñjavat im Himālaya⁹).
c7.s1.t4.13
¹ Rgv. X. 121. 4; Atharvav. IV. 9. 9, V. 4. 2, 8, 25. 7, VI. 24. 1, 95. 3, XII. 1. 11, XIX. 39. 1; Taittirīya-Saṃh. V. 5. 11; Vājasaneyi-Saṃh. XXIV. 30, XXV. 12; Aitareyabr. VIII. 14. 3.
c7.s1.t4.14
² Atharvav. IV. 9. 8; Śatapathabr. III. 1. 3. 12.
c7.s1.t4.15
³ Maitrāyaṇi-Saṃh. III. 6. 3; Kāṭhaka-Saṃh. XXIII. 1; Vājasaneyi-Saṃh. XV, 4; Pañcaviṃśabr. XXII. 14.
c7.s1.t4.16
⁴ Śatapathabr. I. 8. 1. 8.
c7.s1.t4.17
⁵ I. 7. 1. 3.
c7.s1.t4.18
⁶ I. 31. 2; beide werden in den Purāṇa erwähnt.
c7.s1.t4.19
⁷ Nirukta IX. 8. Siehe A. Hillebrandt: Vedische Mythologie. Breslau 1891–1902. I. S. 65.
c7.s1.t4.20
⁸ z. B. Atharvav. V. 22. 5-14.
c7.s1.t4.21
⁹ Über die einzelnen Namen siehe auch Macdonell a. Keith: Vedic Index, wo die besondere Literatur angegeben ist.
c7.s1.t4.22
An vielen Stellen wird von sieben Strömen (āp¹⁰), dānu¹¹), nadī¹²), pravat¹³), madhu¹⁴), visruḥ¹⁵), sindhu¹⁶) sravat¹⁷), bisweilen auch nur „sieben“ ohne nähere Bezeichnung¹⁸)) berichtet, die die Erde befruchten sollen. Nicht immer erscheint es klar, ob unter denselben wirkliche irdische Gewässer oder himmlische Flüsse, vielleicht die sieben Strahlen der Sonne zu verstehen sind. Öfters wird auch auf die Befreiung der sieben Ströme durch Indra aus der Gewalt des Vala, des als Drache gedachten Dämons der Trockenheit, angespielt ¹). Bisweilen werden auch die Flüsse als Mütter ²), Göttinnen ³), Schwestern ⁴) oder Kühe ⁵) bezeichnet. Wie von drei Erden und drei Himmeln die Rede ist, so auch mehrmals von dreimal sieben Strömen ⁶), und endlich wird Śatapathabr. IX. 3. 1. 18 von sieben Strömen, die ostwärts fliessen, und IX. 3. 1. 24 von sieben Strömen, die westwärts fliessen, gesprochen.
c7.s1.t4.23
¹⁰ Rgv. X. 104. 8; Atharvav. XIV. 2. 45.
c7.s1.t4.24
¹¹ Rgv. X. 120. 6.
c7.s1.t4.25
¹² Rgv. I. 102. 2, IX. 92. 4.
c7.s1.t4.26
¹³ Rgv. IV. 19. 3.
c7.s1.t4.27
¹⁴ Atharvav. VIII. 9. 18.
c7.s1.t4.28
¹⁵ Rgv. VI. 7. 6.
c7.s1.t4.29
¹⁶ Rgv. I. 32. 12, 35. 8, II. 12. 3, 12, IV. 28. 1, VIII. 24. 27, 69. 12, IX. 66. 6, X. 43. 3; Atharvav. IV. 6. 2, VI. 3. 1, 61. 3, XX. 17. 3, 34. 3, 91. 12, 92. 9.
c7.s1.t4.30
¹⁷ Rgv. I. 71. 7, VII. 18. 21, 67. 8, X. 49. 9.
c7.s1.t4.31
¹⁸ Rgv. IX. 6, X. 43. 3.
c7.s1.t4.32
¹ Rgv. I. 102. 2, II. 12. 3, 12, IV. 19. 3, 28. 1, VII. 18. 24, X. 5. 5, 120, 6; Atharvav. XX. 34. 3, 13, 91. 12.
c7.s1.t4.33
² Rgv. VIII. 85. 1, IX. 86. 36, 102, 4.
c7.s1.t4.34
³ Atharvav. VII. 112. 1.
c7.s1.t4.35
⁴ Rgv. IX. 5. 5, 66. 3, 86. 36, X. 5. 5.
c7.s1.t4.36
⁵ Rgv. IX. 86. 25. Über die Versuche, diese 7 Stämme zu identifizieren, siehe Zimmer: Altindisches Leben. Berlin 1879, S. 21.
c7.s1.t4.37
⁶ Rgv. I. 34. 8, IX. 70, 1, 86. 20, X. 64. 8.
c7.s1.t4.38
Und der erste Māruta[-Kuchen], den er opfert nach der rechten [südlichen] Seite, sind die sieben [Flüsse], die ostwärts fliessen; er hat sieben Topfscherben, denn hier sind sieben von diesen [Flüssen], die ostwärts fliessen“ (tad yám prathamám dakṣiṇató mārutám juhóti, yáḥ sapta prácyaḥ śrávanti tāḥ sa, sá saptákapālo bhavati, sapta hi tā yáḥ prácyaḥ śrávanti). IX. 3. 1. 24: „Und der Aranye ’nūcya sind die sieben [Flüsse], die westwärts fliessen; er hat sieben Topfscherben, denn hier sind sieben [Flüsse], die westwärts fliessen“ (átha yáḥ saptá pratícyaḥ śrávanti sò ’raṇye ’nūcyaḥ, sá saptákapālo bhavati, sapta hi tā yáḥ pratícyaḥ śrávanti . . .).
c7.s1.t4.39
Der unter dem Namen Nadistuti bekannte Rgveda-Hymnus X. 75 erwähnt folgende Flüsse: Asiknī (Akesines, modern: Chenab) ⁷), Arjīkiyā ⁸), Kubhā (Kōphēn, modern: Kabul) ⁹), Krumu (modern: Kurum) ¹⁰), Gaṅgā (Ganges) ¹¹), Gomatī (Gomal) ¹²), Tṛṣṭāmā ¹³), Paruṣṇī (Irāvatī) ¹⁴), Marudvṛdhā ¹⁵), Mehatnū ¹⁶), Yamunā ¹⁷), Rasā ¹⁸), Vitastā (Hydaspes, modern: Veth), Śutudrī (Zaradros, modern: Sutlej) ¹⁹), Śvetyā ²⁰), Sindhu (Indus) ²¹), Suṣomā (Soanos, modern: Suwat) und Susartu ²²). Ausser diesen werden in der vedischen Literatur noch genannt: Anitabhā (Rgv. V. 53. 9), Āpayā (Rgv. III. 23. 4), Yavyāvatī (Rgv. VI. 27. 6, Pañcavimśabr. XXV. 7. 2), Varaṇāvatī (? Atharvav. IV. 7. 1), Vipāś (Hydaspes, modern: Beäs, nachvedisch: Vipāśā; Rgv. III. 33. 3, IV. 30. 11), Vibālī Rgv. IV. 30. 12), Śiphā (Rgv. I. 104. 3), Sadānīrā (wahrscheinlich Gaṇḍakī, Śatapathabr. I. 4. 1. 14), Sarayū Rgv. IV. 30. 18, V. 53. 9, X. 64. 9 ²⁴), Sarasvatī (sehr häufig erwähnt), Sudāman (Pañcavimśabr. XXII. 18. 1), Suvāstu (Soastos, modern: Swāt; Rgv. VIII. 19. 37) und Hariyūpīyā (Rgv. VI. 27. 5).
c7.s1.t4.40
⁷ Sonst erwähnt Rgv. VIII. 20. 25.
c7.s1.t4.41
⁸ Über die Versuche der Identifizierung siehe Macdonell-Keith: Vedic Index I. S. 62 f.
c7.s1.t4.42
⁹ Sonst erwähnt Rgv. V. 53. 9.
c7.s1.t4.43
¹⁰ Sonst erwähnt Rgv. V. 53. 9.
c7.s1.t4.44
¹¹ Sonst noch Śatapathabr. XIII. 5. 4. 11. Taittirīya-Ār. II. 20.
c7.s1.t4.45
¹² Rgv. VIII. 24. 30 und vielleicht V. 61. 19 = Gumti s. Geldner: Vedische Studien. Stuttgart 1901. 3, S. 152 Anm. 2.
c7.s1.t4.46
¹³ Nicht identifiziert.
c7.s1.t4.47
¹⁴ Sonst erwähnt Rgv. VII. 18. 8. 9, VIII. 74. 15.
c7.s1.t4.48
¹⁵ S. Macdonell-Keith I. S. 499 f.
c7.s1.t4.49
¹⁶ Wahrscheinlich der Strom, der gebildet wird durch die Asiknī und Vitastā bis zur Verbindung mit der Paruṣṇī.
c7.s1.t4.50
¹⁷ Nebenfluss des Indus.
c7.s1.t4.51
¹⁸ Sonst erwähnt Rgv. V. 52. 17, VII. 18. 19, Atharvav. IV. 9. 10, Aitareyabr. VIII. 23, Śatapathabr. XIII. 5. 4, 11 und später.
c7.s1.t4.52
¹⁹ Sonst Rgv. I. 112. 12, V. 53. 9; hier ein Strom im Nordwesten des vedischen Territoriums. Rgv. V. 41. 15, IX. 41. 6, X. 108. 1, 2, 121. 4, ein mythischer Strom an den Enden der Erde.
c7.s1.t4.53
²⁰ Sonst erwähnt Rgv. III. 33. 1.
c7.s1.t4.54
²¹ Wahrscheinlich Nebenfluss des Indus.
c7.s1.t4.55
²² Nebenfluss des Indus.
c7.s1.t4.56
Die Völker der Erde. In den Veden ist vielfach von fünf Ländern oder Völkern (kṣiti ²⁴), kṛṣṭi ²⁵), jana ²⁶), mānava ¹) oder manuṣya ²)) die Rede. Wenn sich auch diese Ausdrücke an manchen Stellen auf die fünf grossen arischen Stämme der Turvaśa, Yadu, Anu, Druhyu und Pūru, die im Ṛgveda mehrfach erwähnt sind ³), beziehen werden, so sollen sie doch an andern die Gesamtheit der Erdvölker bezeichnen und dürfen hier wohl nur in diesem Sinne verstanden werden.
c7.s1.t4.57
²³ In vedischer Zeit wahrscheinlich irgend ein Fluss im Nordwesten, s. Macdonell-Keith II. S. 433 f.
c7.s1.t4.58
²⁴ Rgv. I. 7. 9, 176. 3, VI. 46. 7, VII. 75. 4, 79. 1, Atharvav. XX. 70. 55.
c7.s1.t4.59
²⁵ Atharvav. III. 24, 3, XII. 1. 42.
c7.s1.t4.60
²⁶ Atharvav. VI. 75. 3, VII. 6. 1, XX. 57. 5, siehe auch IV. 23. 1.
c7.s1.t4.61
¹ Atharvav. XII. 1. 15, XVIII. 4. 35, V. 17. 9, III. 25. 5.
c7.s1.t4.62
³ z. B. Ṛgv. I. 108. 8, VII. 18 14, VIII. 10. 5.
c7.s1.t4.63
Z. B. heisst es Ṛgv. I. 89. 10 (Atharvav. VII. 6. 1 und sonst wiederholt in der vedischen Literatur): „Aditi ist der Himmel, Aditi der Luftkreis, Aditi Mutter, Vater und Sohn; Aditi sind alle Götter, die fünf Wesen [d. h. alle Völker], Aditi das Geborene, Aditi, was noch geboren werden soll“ (áditir, dyaúr, áditir antárikṣam, áditir mātá, sá pitá sá putráḥ, víśve devá áditiḥ, páñca jánā áditir, játám áditir jánitvam).
c7.s1.t4.64
In dem Ṛgveda-Hymnus VII. 18, der den Sieg des Königs Sudās in der Zehnkönigsschlacht feiert, werden folgende Völker aufgezählt: Aja, Anu, Alina, Turvaśa ⁴), Tṛtsu ⁵), Druhyu, Paktha, Pūru ⁶), Bhalānas, Matsya ⁷), Yakṣu, Viṣāṇin, Vaikarṇa, Śigru, Śimyu und Śiva.
c7.s1.t4.65
⁴ Ṛgv. I. 36. 18 usw.; häufig erwähnt im Sing. und Plur. mit Yadu zusammen.
c7.s1.t4.66
⁵ Sonst erwähnt Ṛgv. VII. 33. 5. 6, 83. 4. 6. 8.
c7.s1.t4.67
⁶ Sonst erwähnt: Ṛgv. I. 36. 1, 59. 6 131, 4, 174. 2, IV. 21. 10, 38, 1, VI. 20. 10, VII. 5. 3, 19. 3, 96. 2.
c7.s1.t4.68
⁷ Sonst erwähnt: Śatapathabr. XIII. 5. 4. 9, Gopathabr. I. 2. 9, Kauṣītaki-Up. IV. 1.
c7.s1.t4.69
In den Veden werden sonst noch erwähnt: Aṅga ⁸), Kikaṭa ⁹), Kuru ¹⁰), Krivi (= Pañcāla ¹¹)), Gandhāri ¹²), Cedi ¹³), Niṣāda ¹⁴), Parśu (²) ¹⁵), Pārāvata ¹⁶), Balhika ¹⁷), Bharata ¹⁸), Magadha ¹⁹), Mahāvṛṣa ²⁰), Mūjavat ²¹), Yadu ²²), Ruśama ²³), Varaśikha ²⁴), Vṛcīvat ²⁵), Śiṣṭa ²⁶) und Sṛñjaya ²⁷).
c7.s1.t4.70
⁸ Atharvav. V. 22. 14, Gopathabr. II. 9.
c7.s1.t4.71
⁹ Ṛgv. III. 53. 14.
c7.s1.t4.72
¹⁰ In dem Namen Kuruśravaṇa Ṛgv. X. 32, 9, 33. 4; häufig genannt in der Brāhmaṇa-Literatur.
c7.s1.t4.73
¹¹ Ṛgv. VIII. 20. 24, 22. 12, Śatapathabr. XIII. 5. 4. 7.
c7.s1.t4.74
¹² Ṛgv. I. 126. 7, Atharvav. V. 22. 14.
c7.s1.t4.75
¹³ Ṛgv. VIII. 5. 37-39.
c7.s1.t4.76
¹⁴ Taittirīya-Saṃh. IV. 5. 4. 2; Kāṭhaka-Saṃh. XVII. 13; Maitrāyaṇī-Saṃh. II. 9. 5; Vājasaneyi-Saṃh. XVI. 17 und häufig in der Brāhmaṇa- und Sūtra-Literatur.
c7.s1.t4.77
¹⁵ Ṛgv. VII. 83. 1. X. 33. 2,
c7.s1.t4.78
¹⁶ Ṛgv. VIII. 34. 18, Pañcaviṃśabr. IX. 4. 1.
c7.s1.t4.79
¹⁷ Atharvav. V. 22. 5. 7. 9.
c7.s1.t4.80
¹⁸ Ṛgv. III. 23. 4, 33. 11. 12, 53. 9. 12. 24, VI. 16. 4. 5, VII. 8. 4; häufig in der vedischen und Brāhmaṇa-Literatur erwähnt.
c7.s1.t4.81
¹⁹ Atharvav. V. 22. 14, Vājasaneyi-Saṃh. XXX. 5. 22, Taittirīyabr. III. 4. 1. 1; häufig in der Sūtra-Literatur erwähnt.
c7.s1.t4.82
²⁰ Atharvav. V. 22. 4. 5. 8, Chāndogya-Up. IV. 2. 5.
c7.s1.t4.83
²¹ Atharvav. V. 22. 5. 7. 8. 14; Taittirīya-Saṃh. I. 8. 6. 2; Kāṭhaka-Saṃh; IX. 7, XXXVI. 14; Maitrāyaṇī-Saṃh. I. 4. 10. 20; Vājasaneyi-Saṃh. III. 61; Śatapathabr. II. 6. 2. 17.
c7.s1.t4.84
²² Ṛgv. I. 36. 18 usw., häufig erwähnt im Ṛgveda.
c7.s1.t4.85
²³ Ṛgv. V. 30. 12-15, VIII. 3. 13, 4. 2, 51. 9. Atharvav. XX. 127. 1.
c7.s1.t4.86
²⁴ Ṛgv. VI. 27. 4. 5.
c7.s1.t4.87
²⁵ Ṛgv. VI. 27, 5 ff, Pañcaviṃśabr. XXI. 12. 2.
c7.s1.t4.88
²⁶ Ṛgv. VIII. 53. 4.
c7.s1.t4.89
²⁷ Ṛgv. IV. 15. 4. 7, VI. 27. 7, 47. 22. 25; Aitareyabr. VII. 34. 9.
c7.s1.t4.90
In der Brāhmaṇa- und Sūtra-Literatur finden wir ausserdem noch genannt: Andhra ²⁸), Ambaṣṭha ²⁹), Uttarakuru ³⁰), Uttaramadra ³⁰), Udīcya (²) ³¹), Uśīnara ³²), Kamboja ³³), Kāraskara ³⁴), Kāśi ³⁵), Naiṣidha (²) ³⁶), Pañcāla ³⁷), Puṇḍra ³⁸), Pulinda ³⁹), Prācya (²) ⁴⁰), Bāhīka ⁴¹), Madra ⁴²), Mūcīpa ⁴²) oder Mūvīpa ⁴³) oder Mūtiba ⁴⁴), Vaṅ- ga ¹), Vaśa ²), Vidarbha ³), Videha ⁴), Śaphāla ⁵), Śabara ⁶), Śālva ⁷), Śvikna ⁸), Satvat ⁹), Salva ¹⁰), Sparśu ¹¹).
c7.s1.t4.91
² Atharvav. VIII. 9. 28; siehe auch XX. 139. 2.
c7.s1.t4.92
²⁸ Aitareyabr. VII. 18; Śāṅkhāyana Śrauta-S. XV. 26.
c7.s1.t4.93
²⁹ Aitareyabr. VIII. 21.
c7.s1.t4.94
³⁰ Aitareyabr. VIII. 14. 23.
c7.s1.t4.95
³¹ Śatapathabr. XI. 4. 1. 1.
c7.s1.t4.96
³² Aitareyabr. VIII. 14; Kauṣītaki-Up. IV. 1; Gopathabr. II. 9; vgl. Ṛgv. X. 59. 10.
c7.s1.t4.97
³³ Nirukta II. 2.
c7.s1.t4.98
³⁴ Baudhāyana Śrauta-S. XX. 13, Āpastamba Śrauta-S. XXII. 6. 18, Hiraṇyakeśi XVII. 6.
c7.s1.t4.99
³⁵ Śatapathabr. XIII. 5. 4. 19. 21; sonst noch häufiger erwähnt.
c7.s1.t4.100
³⁶ Śatapathabr. II. 3. 2. 1. 2.
c7.s1.t4.101
³⁷ Aitareyabr. VIII. 14; Śatapathabr. XIII. 5. 4. 7.
c7.s1.t4.102
³⁸ Aitareyabr. VII. 18; Śāṅkhāyana Śrauta-S. XV. 26.
c7.s1.t4.103
³⁹ Aitareyabr. VII. 18.
c7.s1.t4.104
⁴⁰ Aitareyabr. VIII. 14; Śatapathabr. I. 7. 3. 8, XIII. 8. 1. 5, 2. 1.
c7.s1.t4.105
⁴¹ Śatapathabr. I. 7. 3. 8.
c7.s1.t4.106
⁴² Bṛtadāraṇyaka-Up. III. 3. 1, 7. 1; vgl. Aitareyabr. VIII. 14. 3.
c7.s1.t4.107
⁴³ Śāṅkhāyana Śrauta-S. XV. 26.
c7.s1.t4.108
⁴⁴ Aithareyabr. VII 18. 2.
c7.s1.t4.109
¹ Aitareyāraṇyaka II. 1. 1.
c7.s1.t4.110
² Aitareyabr. VIII. 14. 3; Kauṣītaki-Up. IV. 1.
c7.s1.t4.111
³ Jaiminīya-Upaniṣadd.-br. II. 440.
c7.s1.t4.112
⁴ Śatapathabr. I. 4. 1. 10 ff.; Bṛhadāraṇyaka-Up. III. 8. 2; Pañcaviṃśabr. XXV. 10. 17; Taittirīya-Saṃh. II. 1. 4. 5; Kāṭhaka-Saṃh. XIV. 5; Śāṅkhāyana Śrauta-S. XVI. 29. 5, 9. 11. 13; Baudhāyana Śrauta-S. II 5, XXI. 13.
c7.s1.t4.113
⁵ Baudhāyana-Śrautas. XX. 12.
c7.s1.t4.114
⁶ Aitareyabr. VII. 18. 2; Śāṅkhāyana Śrauta-S. XV. 26. 3.
c7.s1.t4.115
⁷ Gopathabr. I 2. 9.
c7.s1.t4.116
⁸ Śatapathabr. XII. 8. 3, 7, XIII. 5. 4. 15.
c7.s1.t4.117
⁹ Aitareyabr. VIII. 14. 3; Śatapathabr. XIII. 5. 4. 21.
c7.s1.t4.118
¹⁰ Śatapathabr. X. 4. 1. 10.
c7.s1.t4.119
¹¹ Baudhāyana-Śrauta-S. XXI. 13.
c7.s1.t4.120
Die Erde im Verhältnis zu den Lebewesen.
c7.s1.t4.121
Was das Verhältnis der Erde zum Prinzip des Lebens betrifft, so gilt sie als der Träger desselben, als die Wohnung aller Lebewesen. Kein Wesen, sei es Mensch oder Tier, kann sich von derselben entfernen.
c7.s1.t4.122
Śatapathabr. VII. 4. 2. 35: „Diese [Erde] ist der Träger von allem Wünschenswertem; denn das Wünschenswerte sind die Lebenshauche, sie trägt jedes Ding, das atmet, und aus diesem Grunde ist sie der Träger von allem Wünschenswerten“ (seyám vāmabhṛt, prāṇā vai vāmam, yad dhi kim ca prāṇīyam, tat sárvam bibharti, téneyám vāmabhṛd...). Śatapathabr. XIV. 1. 2. 24: „Eine gute Wohnung ist zweifellos diese Welt, denn in dieser Welt wohnen alle Wesen“ (ayam vaí lokáḥ suksitír, asmin hí loke sárvāṇi bhūtāni kṣiyanti...). Śatapathabr. XIII. 1. 4. 2: „... Denn diese [Erde] ist Savitṛ; wenn irgend einer sich versteckt auf derselben, wenn einer anderswo hingeht, so finden sie ihn auf dieser Erde; denn kein Wesen, mag es aufrecht oder gebückt gehen, kann ausserhalb derselben gehen“ (iyam vaí savitā, yo vá 'asyám niláyate, yò 'nyatraity, asyām vāva tām anuvindanti, na vá 'imām káś caná tiryaṅ n'órddhvó 'tyetum arhati).
c7.s1.t4.123
Sonstige Bezeichnungen und Eigenschaften der Erde.
c7.s1.t4.124
Sonst wird die Erde noch genannt Atharvav. VI. 120. 2 (Taittirīya-Ār. II. 6. 2): „unsere [d. i. der Menschen] Mutter“ (bhūmir mātā) und ähnlich IX. 10. 12: „unsere Verwandtschaft und Mutter“ (bándhur no mātā pṛthivī mahíyam). Śatapathabr. XIV. 3. 2. 4 wird sie „der Ort der Wohnung für alle Götter“ (sárveṣām devānām āyátanam) und XI. 8. 4. 5 „die Kṣatriya-Welt“ (kṣatríyasya loká...) genannt. Nach Śatapathabr. VII. 4. 1. 8 ist sie „die Geburtsstätte des Agni, denn Agni ist diese Erde“ (sèyam yónir agnér, iyam hy ágnir) und nach VI. 6. 3. 9 ist „der Ort, wo Agni sich entzündet, der Nabel der Erde“ (... eṣā ha nābhíḥ pṛthivyai yátraiṣá etát samidhyáte). Śatapathabr. XIII. 2. 6. 13 wird sie als „das grosse Gefäss“ (āvāpanam mahád), VI. 7. 3. 4 als „Ruheplatz“ (pratiṣṭhá) und IX. 1. 2. 36 als „die wesentlichste der Welten“ (eṣám lokánām rásatamah) bezeichnet, und endlich ist sie nach VII. 4. 1. 8 „auf die Wahrheit gegründet und deswegen die erste dieser Welten“ (... iyám satye prátiṣṭhitā, tásmād... iyám hy èvaiṣám lokánām adhátamā...).
c7.s1.t4.125
Die drei Erden übereinander liegend gedacht.
c7.s1.t4.126
Bereits im vorigen Abschnitt, der die Welt im allgemeinen und ihre Einteilung behandelt, sind die Stellen gesammelt worden, wo von drei Erden, drei Himmeln und drei Lufträumen gesprochen wird. Es ist dort bereits bemerkt worden, dass wir uns die drei Erden vielleicht als drei übereinander liegende, jedenfalls durch Hohlräume getrennte Etagen zu denken haben. Das zeigen auch einige Stellen, die nur von den drei Erden sprechen und bei dieser Gelegenheit am besten nachgetragen werden.
c7.s1.t4.127
Rgv. I. 34. 8: „... Drei sind die Kufen, dreifach ist das havis bereitet, drei Erden sind, darüber des Himmels Abhang...“ (... tráya ābāvás tredhá havís kṛtám, tisráḥ pṛthivīr upárī pravá divó nákam...). Rgv. II. 3. 7: „... verehrend die Götter nach den den Zeiten sie zierend, auf der Erde Mittelpunkt, auf den drei Höhen“ (. . . deván yájantāv ṛtuthá sám añjato nábhā pṛthivyá ádhi sánuṣu triṣú).
c7.s1.t4.128
Die Bösen werden unter die drei Erden verwünscht. So heisst es Rgv. VII. 104. 11 (Atharvav. VIII. 4. 11): „Dahin sei er mit diesem Leibe, tief unter allen den drei Erden . . .“ (paráḥ só astu tauvá tánā ca tisráḥ pṛthivír adhó astu víśvāḥ . . .).
c7.s1.t4.129
Man unterscheidet eine untere, mittlere und eine höchste Erde, und der Erdboden gilt als die höchste (oder beste) dieser drei Erden.
c7.s1.t4.130
Rgv. I. 108. 9: „Wenn ihr, Indra und Agni, auf der untersten, mittleren oder auf der höchsten Erde seid . . .“ (yád indrāgní avamásyām madhyamásyām paramásyām utá stháḥ . . .). Atharvav. VI. 21. 1: „Von jenen drei Erden ist der Erdboden die höchste (? oder beste)“ (imá yás tisráḥ pṛthivís tásām ha bhúmir uttamá).
c7.s1.t4.131
Wird hier von drei übereinander liegenden Erdetagen gesprochen, so scheint man sich nach ein paar anderen Stellen die drei Erden als in einer Ebene liegend vorzustellen. So heisst es Rgv. I. 35. 8 (Vājasaneyi-Saṃh. XXXIV. 24): „Über die acht Spitzen der Erde hat er [Savitṛ] geschaut, die drei wüsten Flächen ¹), die sieben Ströme . . .“ (aṣṭaú vy àkhyat kakúbhaḥ pṛthivyás, trí dhánva yójanā saptá síndbūn . . .). Ferner Śatapathabr. III. 5. 1. 31: „Sie kriechen in diese Erden, nämlich in diese eine und die beiden jenseits derselben“ (imá evá pṛthivír úpāsarpann imám áhaivo dvé ’asyáḥ páre) und V. 1. 5. 21: „Es sind fürwahr diese drei Erden, diese eine und die beiden jenseits derselben, die gewinnt er dadurch“ (tisro vá ’imáḥ pṛthivyá iyam ahaíká dvé ’asyáḥ páre tā evaltad újjayati).
c7.s1.t4.132
¹ Zimmer übersetzt „die drei Festländer“. Altind. Leben S. 359.
c7.s1.t4.133
Diese drei Erden hat man sich jedenfalls als einen kreisrunden Zentralkontinent und zwei durch Ringmeere voneinander getrennte Ringkontinente vorzustellen. Über die Ringmeere siehe den letzten Abschnitt des nächsten Kapitels.
c7.s1.t4.134
Die drei Erden vielleicht in einer Ebene liegend gedacht.
Cites (22)
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit
- Śatapathabrāhmaṇa — Yājñavalkya & Śāṇḍilya (Vedic teacher), Sanskrit
- Atharvavedasaṃhitā — Atharvan & Aṅgiras, Sanskrit
- Aitareyabrāhmaṇa — Mahidāsa Aitareya, Sanskrit
- Śuklayajurvedasaṃhitā — Sanskrit
- Kṛṣṇayajurvedasaṃhitā — Sanskrit
- Kṛṣṇayajurvedasaṃhitā — Sanskrit
- Śāṅkhāyanaśrautasūtra — Śāṅkhāyana, Sanskrit
- Baudhāyanaśrautasūtra — Baudhāyana, Sanskrit
- Kṛṣṇayajurvedasaṃhitā — Sanskrit
- Pañcaviṃśabrāhmaṇa — Sanskrit
- Kauṣītakibrāhmaṇopaniṣad — Sanskrit
- Nirukta — Yāska, Sanskrit
- Bṛhadāraṇyakopaniṣad — Sanskrit
- Gopathabrāhmaṇa — Sanskrit
- Āpastambaśrautasūtra — Āpastamba, Sanskrit
- Hiraṇyakeśiśrautasūtra — Hiraṇyakeśin, Sanskrit
- Taittirīyabrāhmaṇa — Sanskrit
- Chāndogyopaniṣad — Sanskrit
- Aitareyāraṇyaka — Sanskrit
- Jaiminīyopaniṣadbrāhmaṇa — Sanskrit
- Taittirīyāraṇyaka — Sanskrit